[{"content":"Das Bienenjahr folgt nicht dem Kalender, sondern der Natur. Es beginnt nicht im Januar, sondern in dem Moment, in dem die Königin im Spätwinter wieder mit dem Eierlegen anfängt — und es endet auch nicht im Dezember, sondern schon im August, wenn die Bienen heranwachsen, die den Winter überstehen müssen. Wer diesen Rhythmus versteht, versteht auch, warum Imker zu ganz bestimmten Zeiten ganz bestimmte Dinge tun.\nFrühjahr: das Bienenjahr beginnt # Sobald die ersten warmen Tage kommen, nimmt die Königin die Eiablage wieder auf, und aus einem kleinen Wintervolk wird binnen weniger Wochen ein großes Sommervolk. Das Volk verzehnfacht sich in wenigen Monaten — von vielleicht 10.000 Bienen im Winter auf 40.000 und mehr im Hochsommer. Für den Imker heißt das vor allem: nachschauen, aber sparsam.\nDie erste Durchsicht # Die Frühjahrsdurchsicht ist eine Bestandsaufnahme, keine Inventur. Sie klärt drei Fragen: Lebt die Königin und legt sie? Ist genug Futter da? Und hat das Volk Platz zum Wachsen? Mehr braucht es nicht — jedes geöffnete Volk kühlt aus, denn im Brutnest herrschen rund 35 Grad, und die erreicht kein Frühlingstag.\nEin erfahrener Blick reicht daher oft: Findet man neben verdeckelter Brut auch Eier, ist alles in Ordnung, und weiteres Suchen schadet mehr, als es nützt.\nFutter und Platz # Der Futtervorrat ist im Frühjahr die häufigste Sorge. Ein starkes Volk kann bei kühlem Wetter und großem Brutnest gut ein bis zwei Kilo pro Woche verbrauchen — und verhungert im schlimmsten Fall dicht neben vollen Waben, weil es die Wintertraube nicht verlassen kann. Deshalb gilt die Faustregel, immer eine Reserve zu belassen.\nGleichzeitig braucht das wachsende Volk Raum. Zu früh erweitert kühlt das Brutnest aus, zu spät erweitert steigt die Schwarmlust. Die richtige Zeit erkennt man am Volk selbst: Der Brutraum ist gut mit Bienen besetzt, es wird gebaut, und es stehen stabile Temperaturen an.\nSommer: Tracht, Schwarmzeit und Honig # Jetzt läuft alles gleichzeitig. Die Völker sind auf dem Höhepunkt, die Tracht steht — und mit ihr die Schwarmstimmung.\nEin Volk, das schwärmt, teilt sich selbst: Die alte Königin zieht mit einem Teil der Bienen aus. Für die Bienen ist das die natürliche Vermehrung, für den Imker der Verlust eines halben Volkes. Deshalb kontrolliert man in dieser Zeit regelmäßig auf Schwarmzellen und sorgt für Platz. Wer die Vermehrung lieber selbst steuert, bildet einen Ableger oder einen Kunstschwarm — beides erreicht dasselbe Ziel wie ein Schwarm, nur zum gewählten Zeitpunkt.\nParallel wird geerntet. Wann der Honig reif ist, entscheidet nicht der Kalender, sondern sein Wassergehalt — worum es im Beitrag Honigernte — wann Honig wirklich reif ist geht.\nSpätsommer: die eigentlich wichtigste Zeit # Hier liegt der Punkt, den Einsteiger am ehesten unterschätzen. Das Bienenjahr entscheidet sich nicht im Frühjahr, sondern jetzt.\nDenn nach der letzten Ernte wachsen die Winterbienen heran — jene Bienen, die nicht wenige Wochen, sondern mehrere Monate leben müssen. Ihre Qualität hängt davon ab, unter welchen Bedingungen sie schlüpfen. Ein Volk mit hoher Milbenlast bringt schwache Winterbienen hervor, und das rächt sich Monate später. Deshalb folgen auf die Honigernte zwei Aufgaben unmittelbar: die Varroabehandlung und die Auffütterung für den Winter.\nWie man dabei vorgeht und warum Messen wichtiger ist als ein Kalendertermin, steht im Beitrag Varroa im Griff — Befall erkennen und handeln.\nBeides verlangt Fingerspitzengefühl, denn draußen blüht jetzt nichts mehr. Gerade das Auffüttern weckt den Sammeltrieb der Völker — und damit die Räuberei, bei der ein Volk die Vorräte eines anderen plündert. Im Spätsommer wird deshalb sauber, zügig und am liebsten abends gearbeitet.\nHerbst und Winter: Ruhe bewahren # Ist eingefüttert und behandelt, wird es still am Bienenstand — und das ist keine Pause, sondern Programm. Winterruhe heißt wirklich Ruhe. Wiederholte Erschütterungen, klappernde Abdeckungen oder eindringende Nässe können ein Volk das Leben kosten.\nIm Winter rückt das Volk zur Wintertraube zusammen und hält seine Mitte durch Muskelzittern warm. Es heizt dabei nicht die Beute, sondern nur sich selbst — deshalb schadet Kälte einem gesunden Volk kaum, wohl aber Nässe und Zugluft.\nDer Imker hat in dieser Zeit wenig zu tun: den Sitz der Völker gelegentlich prüfen, das Gewicht kontrollieren, Mäuse mit einer verengten Fluglochöffnung fernhalten. Ein Blick von außen genügt meist — geöffnet wird nicht. Und dann kommt der erste warme Tag, die Bienen fliegen zum Reinigungsflug aus, und das Bienenjahr beginnt von vorn.\nFazit # Das Bienenjahr hat eine klare Logik: Im Frühjahr wächst das Volk, im Sommer erntet es, im Spätsommer wird die Grundlage für den Winter gelegt, und im Winter zehrt es von dem, was vorbereitet wurde. Die meiste Arbeit fällt dabei nicht dann an, wenn am meisten los ist — sondern im Spätsommer, wenn die Saison für viele gefühlt schon vorbei ist.\nQuellen \u0026amp; weiterführende Links # Landesanstalt für Bienenkunde, Universität Hohenheim Wer im Volk welche Rolle hat: Das Bienenvolk — Königin, Arbeiterin, Drohn ","date":"13. Juni 2026","externalUrl":null,"permalink":"/imkerwissen/das-bienenjahr/","section":"Imkerwissen","summary":"","title":"Das Bienenjahr — was Imker wann tun","type":"imkerwissen"},{"content":"Es gibt viele Themen in der Imkerei, aber nur eines, das über Leben und Tod eines Volkes entscheidet: die Varroa. Die Milbe ist in Europa praktisch flächendeckend verbreitet, und ein unbehandeltes Volk geht über kurz oder lang an ihr zugrunde. Das Tückische daran ist, dass man ihr das lange nicht ansieht. Ein Volk kann im Hochsommer kraftvoll fliegen, volle Honigräume tragen — und gleichzeitig eine Milbenlast aufbauen, die es im Winter das Leben kostet.\nWarum die Varroa so gefährlich ist # Die Varroamilbe ist ein Parasit von der Größe eines Stecknadelkopfs. Sie saugt an Bienen und schwächt sie — aber der eigentliche Schaden entsteht indirekt: Die Milbe überträgt Viren, die vor allem den Winterbienen zusetzen. Und genau die entscheiden über das Überleben des Volkes.\nDenn die Bienen, die im Spätsommer schlüpfen, sind nicht wie ihre Sommerschwestern. Sie müssen mehrere Monate durchhalten statt weniger Wochen. Wachsen sie unter hoher Milbenlast heran, sind sie kürzer lebensfähig und weniger leistungsfähig. Die Folge zeigt sich oft erst Monate später — als schwaches Frühjahrsvolk oder als Volk, das den Winter gar nicht überstanden hat. Wer im Sommer zu spät reagiert, sieht den Fehler also erst, wenn er nicht mehr zu korrigieren ist.\nDazu kommt der Lebensrhythmus der Milbe: Sie vermehrt sich ausschließlich unter der verdeckelten Brut, gut geschützt vor allem, was von außen wirkt. Das macht sie schwer erreichbar — und erklärt, warum brutfreie Phasen für die Imkerei so wertvoll sind.\nDen Befall messen statt schätzen # Der wichtigste Satz zum Thema lautet: erfassen statt vermuten. Ein Volk sieht man den Befall nicht an, und die Milbenlast ist von Volk zu Volk verschieden — selbst am selben Stand, selbst zur selben Zeit. Es gibt drei gängige Wege, den Befall zu bestimmen.\nDie Gemülldiagnose # Der einfachste Weg führt über den Boden. Unter das Volk kommt ein sauberer Schieber, und nach einigen Tagen zählt man, wie viele Milben von selbst heruntergefallen sind. Wichtig ist, über mehrere Tage zu beobachten und den Durchschnitt zu bilden — ein einzelner Tag ist nur eine Momentaufnahme.\nNebenbei verrät das Gemüll noch mehr über das Volk: Wachskrümel zeigen, wo das Brutnest sitzt. Liegen dagegen grobe Späne von aufgebissenen Wachsdeckeln auf dem Schieber, ist das ein Warnzeichen für Räuberei. Für die Erfolgskontrolle nach einer Maßnahme ist diese Methode besonders praktisch.\nDie Bienenprobe # Genauer, aber aufwendiger ist es, direkt an den Bienen zu messen. Dafür entnimmt man eine definierte Menge Bienen — meist etwa 300 Stück, bevorzugt vom Rand des Brutnestes — und löst die Milben von ihnen ab. Das geht durch Auswaschen, was ein sehr zuverlässiges Ergebnis liefert, aber die Probebienen kostet. Oder mit feinem Puderzucker: Die Milben verlieren den Halt und lassen sich auszählen, die Bienen kehren anschließend lebend ins Volk zurück.\nWann es kritisch wird # Aus diesen Messungen ergibt sich eine Orientierung, ob und wann gehandelt werden muss. Als grobe Sommer-Schwelle gilt: Fallen weniger als etwa zehn Milben pro Tag auf den Schieber, besteht kein sofortiger Handlungsbedarf. Liegt der Wert darüber, sollte man zeitnah eingreifen.\nZwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens sind das Orientierungswerte, keine Gesetze — sie hängen von Jahreszeit, Volksstärke und Standort ab. Zweitens heißt „kein Handlungsbedarf\u0026quot; nicht „nichts tun\u0026quot;: Der Behandlungsbeginn sollte ohnehin fest eingeplant sein, üblicherweise bis Mitte August. Welche Mittel und Mengen jeweils richtig und zugelassen sind, hängt von vielen Faktoren ab — hierzu beraten Bieneninstitute und Imkervereine.\nBehandeln nach Bedarf, nicht nach Kalender # Früher wurde vielerorts schematisch behandelt: alle Völker, zum selben Termin, in gleicher Weise. Heute gilt der schadschwellenorientierte Ansatz als der bessere Weg — also messen, bewerten, und dann jedes Volk so behandeln, wie es sein Befall erfordert.\nDas hat zwei Vorteile. Stark befallene Völker bekommen früher Hilfe, statt bis zum Kalendertermin zu warten. Und gering befallene Völker werden nicht unnötig behandelt. Wer regelmäßig misst, kann in manchen Jahren mit deutlich weniger Eingriffen auskommen.\nNach einer Maßnahme gehört die Kontrolle dazu: Ob sie gewirkt hat, zeigt sich frühestens rund zwei Wochen nach dem Ende der Behandlung. Danach lohnt es sich, im Abstand von etwa drei Wochen weiter zu kontrollieren — gerade weil Milben aus Nachbarvölkern wieder zufliegen können. Ein Hauptweg dafür ist die Räuberei im Spätsommer: Bienen, die ein fremdes Volk ausräumen, bringen dessen Milben mit nach Hause. Ein sauber behandeltes Volk kann sich so neu anstecken.\nNeben Behandlungsmitteln gibt es biotechnische Wege, die ganz ohne solche auskommen. Sie nutzen alle dasselbe Prinzip: Der Milbe wird ihr Versteck genommen. Das kann über das Ausschneiden von Drohnenbrut geschehen, in der sich die Milben besonders stark vermehren, oder über eine gezielte Brutpause. Wie das im Sommer aussieht, beschreibt der Beitrag Totale Brutentnahme — Varroa ohne Versteck. Auch bei der Vermehrung ergeben sich solche Fenster fast von selbst, etwa beim Kunstschwarm, der von Anfang an brutfrei ist.\nAls Hilfsmittel haben sich digitale Angebote etabliert: Das Varroawetter schätzt anhand von Postleitzahl und Wetterlage ein, welche Verfahren gerade sinnvoll sind, und die kostenlose Varroa-App hilft beim Dokumentieren der Messwerte. Beide ersetzen die eigene Diagnose am Volk nicht — sie ergänzen sie.\nFazit # Die Varroa lässt sich nicht ausrotten, aber gut in Schach halten. Der Schlüssel liegt weniger im Mittel als im Messen: Wer den Befall seiner Völker kennt, erkennt rechtzeitig, welches Volk Hilfe braucht — und kann handeln, solange es noch etwas nützt. Alles andere ist Raten, und die Rechnung dafür kommt im Winter.\nQuellen \u0026amp; weiterführende Links # Landesanstalt für Bienenkunde, Universität Hohenheim Der Jahreslauf drumherum: Das Bienenjahr — was Imker wann tun ","date":"13. Juni 2026","externalUrl":null,"permalink":"/imkerwissen/varroa-im-griff/","section":"Imkerwissen","summary":"","title":"Varroa im Griff — Befall erkennen und handeln","type":"imkerwissen"},{"content":"Der Blütenhonig ist meine Frühtracht – das Erste, was die Bienen im Jahr eintragen, wenn Obstbäume, Löwenzahn und Wildblüten die Landschaft färben.\nGeschmacklich mild und ausgewogen, mit feiner Blütennote – ein Allrounder fürs Frühstücksbrot. Es gibt ihn cremig gerührt (fein und streichzart) und flüssig (naturbelassen geschleudert). Flüssiger Blütenhonig kandiert im Lauf des Jahres von selbst – ein natürliches Zeichen für echten, nicht erhitzten Honig.\nGlasgröße: 500 g Preis: flüssig 9,00 €, cremig 10,00 € Verfügbarkeit: flüssig ab Juni, cremig ab Anfang Juli (solange Vorrat reicht) Cremig anfragen → Flüssig anfragen → ","date":"12. Juni 2026","externalUrl":null,"permalink":"/honig/bluetenhonig/","section":"Honig","summary":"","title":"Blütenhonig (Frühtracht)","type":"honig"},{"content":"Wenn im Hochsommer die Linden blühen, hängt ihr Duft über der ganzen Stadt – und genau den bringt dieser Honig ins Glas.\nLindenhonig ist kräftiger und aromatischer als die Frühtracht, mit einer typisch frischen, leicht mentholartigen Note. Ich biete ihn flüssig an.\nGlasgröße: 500 g Preis: 9,00 € Verfügbarkeit: ab Mitte Juli (solange Vorrat reicht) Diese Sorte anfragen → ","date":"12. Juni 2026","externalUrl":null,"permalink":"/honig/lindenhonig/","section":"Honig","summary":"","title":"Lindenhonig","type":"honig"},{"content":"Mein Honig kommt aus München-Solln – von Völkern, die das ganze Jahr an ihrem Standort in Solln und Umgebung stehen. Was die Bienen dort in der Umgebung finden, landet unverändert im Glas: Ich schleudere kalt, filtere nicht und erhitze nichts.\nSo bleibt alles erhalten, was echten Honig ausmacht – Pollen, Enzyme und feine Aromen. Den cremigen Honig rühre ich nach der Ernte behutsam, bis er streichzart ist und feine, kleine Kristalle bildet. Der flüssige Honig kandiert im Lauf des Jahres von selbst – ein ganz natürliches Zeichen dafür, dass er nicht erhitzt wurde. Kurz warm stellen (nicht über 40 °C, z. B. im warmen Wasserbad) macht ihn bei Bedarf wieder streichfähig.\nPreise auf einen Blick # Sorte Einheit Preis Blütenhonig flüssig 500-g-Glas 9,00 € Blütenhonig cremig 500-g-Glas 10,00 € Lindenhonig 500-g-Glas 9,00 € Alle Preise inkl. MwSt. Übergabe und Bezahlung klären wir persönlich – es gibt meinen Honig nur direkt, nicht per Versand, und nur solange der Vorrat reicht.\nHonig anfragen → Honig richtig lagern # Naturbelassener Honig hält sich dank seines hohen Zuckergehalts und des geringen Wasseranteils über Jahre, ohne an Qualität zu verlieren. Damit das so bleibt, lagerst du ihn am besten so:\nKühl: Honig ist wärmeempfindlich. Zu viel oder zu lange Wärme kostet ihn wertvolle Enzyme und Aromen. Ideal sind rund 15 °C. Der Kühlschrank ist ebenso ungünstig wie ein Platz in der Sonne. Trocken: Honig zieht Feuchtigkeit aus der Luft an. Bekommt er zu viel davon ab, kann er zu gären beginnen. Deshalb das Glas immer gut verschließen und trocken aufbewahren. Dunkel: Licht baut mit der Zeit Inhaltsstoffe ab, allen voran die wertvollen Enzyme. Ein dunkler Schrank ist der beste Platz. Geruchsneutral: Honig nimmt fremde Gerüche leicht an, was Geschmack und Aroma verändern kann. Also nicht offen neben stark riechenden Lebensmitteln stehen lassen. Dass Honig mit der Zeit fester wird oder kristallisiert, ist übrigens kein Makel, sondern ein Zeichen für echten, naturbelassenen Honig.\nGut zu wissen # Mein Honig ist ein rohes, nicht erhitztes Naturprodukt. Für die allermeisten Menschen ist das genau das Beste daran – nur Kindern unter einem Jahr sollte man keinen Honig geben. In seltenen Fällen kann roher Honig Sporen enthalten, die für Säuglinge gefährlich werden können; für ältere Kinder und Erwachsene sind sie unbedenklich.\n","date":"23. Juli 2026","externalUrl":null,"permalink":"/honig/rund-um-den-honig/","section":"Honig","summary":"","title":"Rund um den Honig","type":"honig"},{"content":"","date":"28. August 2026","externalUrl":null,"permalink":"/categories/bienen-verstehen/","section":"Categories","summary":"","title":"Bienen-Verstehen","type":"categories"},{"content":"","date":"28. 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August 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/tropilaelaps/","section":"Tags","summary":"","title":"Tropilaelaps","type":"tags"},{"content":"Seit Jahrzehnten ist die Varroamilbe der wichtigste Schädling in der Imkerei. Inzwischen rückt eine zweite Milbe nach: Die Tropilaelaps-Milbe stammt aus Südostasien, wo sie ursprünglich an der Riesenhonigbiene lebte. Sie hat auf die westliche Honigbiene übergewechselt und sich nach Westen ausgebreitet; Ende 2024 wurde sie in Georgien und im Süden Russlands nachgewiesen. In Deutschland kommt sie nicht vor. Trotzdem lohnt sich ein Blick auf sie, denn zwei ihrer Eigenschaften unterscheiden sie deutlich von der Varroa: Sie vermehrt sich schneller, und sie kann erwachsene Bienen nicht anstechen.\nMehrere Tropilaelaps-Milben auf Bienenlarven; oben links eine verkrüppelt gebliebene Puppe. Bild: CSIRO, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons; für die Web-Darstellung neu komprimiert. Das Wichtigste in Kürze # Noch nicht hier. Nachgewiesen in Georgien und Südrussland, vermutet in der Türkei. Deutschland ist bislang frei. Schmaler und schneller als Varroa. Etwa gleich lang, aber nur ein Viertel so breit, und deutlich flinker auf der Wabe. Höhere Vermehrungsrate: rund drei Nachkommen je Zelle gegenüber 1,6 bei der Varroa. Auf Brut angewiesen. Sie kann erwachsene Bienen nicht anstechen und verhungert ohne Brut binnen weniger Tage. Meldepflichtig. Wer sie vermutet, meldet das dem Veterinäramt und behandelt nicht selbst. Was die Tropilaelaps-Milbe von der Varroa unterscheidet # Aussehen und Verhalten # Die Varroamilbe ist breiter als lang, rundlich, und bewegt sich langsam. Die Tropilaelaps-Milbe ist umgekehrt gebaut: länger als breit, etwa einen Millimeter lang und einen halben Millimeter breit. Mit bloßem Auge ist sie noch zu sehen, im Gemüll auf der Windel aber leicht mit Wachskrümeln oder Pollenresten zu verwechseln. Auffällig ist ihr Tempo: Sie bewegt sich erkennbar schneller über die Brutwaben als die Varroa.\nWarum sie sich schneller vermehrt # Eine Varroamilbe bringt je Brutzelle durchschnittlich 1,6 Nachkommen hervor. Für die Tropilaelaps-Milbe werden etwa drei angegeben, in Drohnenzellen mehr. Dazu kommt der Zeitfaktor: Eine Varroamilbe verbringt nach dem Schlupf noch rund eine Woche auf den Bienen, bevor sie die nächste Zelle befällt; die Tropilaelaps-Milbe kann teils schon am folgenden Tag wieder einsteigen. Beides zusammen führt zu einem steileren Befallsanstieg. Befallene Völker können nach den vorliegenden Berichten innerhalb eines Jahres zusammenbrechen.\nDas Schadbild selbst ähnelt dem eines Varroabefalls: Die Milben saugen an Larven und Puppen, eine einzelne Milbe sticht ihr Opfer dabei an mehreren Stellen an. Die Bienen schlüpfen verkrüppelt und kurzlebig, und wie die Varroa überträgt auch diese Milbe Viren. Weil sich die Schadbilder gleichen, kann ein Befall längere Zeit unbemerkt bleiben.\nDrei Tropilaelaps-Milben auf einer Bienen-Vorpuppe: zwei ausgewachsene Weibchen und, mit dem Pfeil markiert, ein Jugendstadium. Die dunklen Punkte sind Einstichstellen — eine einzelne Milbe saugt an mehreren Stellen. Bild: veröffentlicht von Oxford University Press für die Entomological Society of America (2017); Werk von US-Regierungsangestellten, in den USA gemeinfrei. Warum sie ohne Brut nicht überlebt # Die Tropilaelaps-Milbe kann den Chitinpanzer erwachsener Bienen nicht durchstechen. Anders als die Varroa, die sich zwischen zwei Brutzyklen an erwachsenen Bienen ernährt, ist sie vollständig auf Brut angewiesen. Ohne Larven im passenden Alter verhungert sie nach heutigem Kenntnisstand in weniger als drei Tagen, spätestens nach gut einer Woche. Daraus ergibt sich der wichtigste Ansatzpunkt für die Bekämpfung.\nWie man die Tropilaelaps-Milbe findet # Die vertrauten Verfahren der Varroakontrolle sind hier nur eingeschränkt brauchbar. Eine Vergleichsstudie hat fünf Methoden an 26 Völkern geprüft, die alle nachweislich befallen waren:\nBodenschieber mit Klebefläche: In dieser Studie ließ sich der Befall damit in allen 26 Völkern nachweisen. Nachteil: Der Schieber muss mehrfach kontrolliert und sorgfältig ausgewertet werden. Öffnen verdeckelter Brutzellen: Bei 200 geöffneten Zellen wurde der Befall in gut neun von zehn Völkern erkannt, bei 50 Zellen nur in sieben von zehn. Puderzucker- und Alkoholprobe: Beide erkannten den Befall nur in etwa jedem dritten Volk. Der Grund liegt in der Lebensweise: Eine Milbe, die sich kaum außerhalb der verdeckelten Brut aufhält, lässt sich über eine Probe erwachsener Bienen schlecht nachweisen. Für die Varroa bleiben Puderzucker- und Alkoholprobe geeignet und bewährt; wie man dabei vorgeht, steht unter Varroa im Griff.\nZu beachten ist, dass die Studie an stark befallenen Völkern in Thailand durchgeführt wurde. Bei einem Ersteintrag mit wenigen Milben sind die Trefferquoten niedriger anzusetzen.\nAus der Praxis am eigenen Stand # Varroamilben lassen sich auf dem Bodenschieber mit bloßem Auge erkennen, eine Lupe braucht es dafür nicht. Beim natürlichen Milbenfall leben sie oft noch: Stupst man sie mit dem Stockmeißel an, laufen sie los, behäbig und etwas wackelig. Das ist die zuverlässigste Art, eine Milbe von einem Wachskrümel zu unterscheiden.\nFür Tropilaelaps ändert sich beides. Bei einem Millimeter Länge und einem halben Millimeter Breite ist die Lupe nicht mehr optional, und wenn sich auf der Windel etwas bewegt, dann schneller als gewohnt. Hilfreich ist außerdem, die Windel nur ein bis zwei Tage liegen zu lassen, besser zwei als einen. Dann liegt weniger Gemüll darauf, und einzelne Milben bleiben überhaupt auffindbar.\nEin weiterer Verdachtsmoment sind verkrüppelte Bienen bei gleichzeitig niedrigem Varroabefall.\nWas gegen die Tropilaelaps-Milbe hilft # Weil die Milbe ohne Brut nicht überlebt, ist die wirksamste bekannte Maßnahme keine chemische, sondern eine imkerliche: eine gezielte Brutpause. In einer kontrollierten Studie wurde die Königin dafür gut drei Wochen am Legen gehindert. Alle Völker starteten mit rund 0,4 Prozent befallener Arbeiterinnenbrut. Nach 60 Tagen lag der Befall in den Völkern mit Brutpause bei unter 0,11 Prozent, auch ohne zusätzliche Behandlung. In den unbehandelten Vergleichsvölkern war er im selben Zeitraum auf über 15 Prozent gestiegen, also auf das rund Vierzigfache des Ausgangswerts.\nZwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens beseitigte keine der geprüften Varianten sämtliche Milben: Die Brutpause senkt den Befall stark, räumt ihn aber nicht aus. Zweitens greift ein Verfahren nicht, das bei der Varroa gut funktioniert. Das Ausschneiden der Drohnenbrut bleibt wirkungslos, weil die Tropilaelaps-Milbe die Drohnenbrut nicht bevorzugt. Wie eine Brutpause praktisch aussieht, zeigt der Beitrag Totale Brutentnahme.\nWelche Mittel und Mengen jeweils richtig und zugelassen sind, hängt von vielen Faktoren ab — hierzu beraten Bieneninstitute und Imkervereine. Für diese Milbe gibt es in Deutschland bislang kein zugelassenes Präparat und kein erprobtes Behandlungskonzept.\nWas im Verdachtsfall zu tun ist # Der Befall mit Tropilaelaps ist meldepflichtig, europaweit ist jeder Fund anzeigepflichtig. Wer eine verdächtige Milbe findet, behandelt also nicht auf eigene Faust, sondern informiert das Veterinäramt oder den Bienensachverständigen. Von dort geht eine Brutprobe an ein Referenzlabor, das die Art bestimmt.\nVorbeugen lässt sich vor allem bei der Herkunft der Bienen. Die Milbe wird über den Handel verbreitet, mit Völkern, Königinnensendungen und gebrauchtem Material. Wer Völker kauft, tut das am besten regional und direkt am Stand des Verkäufers. Wachsam zu bleiben lohnt sich ohnehin: Auch die Asiatische Hornisse ist auf diesem Weg nach Europa gelangt.\nFazit # Die Tropilaelaps-Milbe ist in Deutschland nicht angekommen, und ein akuter Handlungsbedarf besteht nicht. Wer weiß, wie sie aussieht und wo sie sich zeigt, kann sie im Verdachtsfall früh melden. Das ist bei diesem Parasiten wichtiger als jede spätere Behandlung, weil eine einmal etablierte Population nach bisherigen Erfahrungen nicht wieder zu beseitigen ist.\nQuellen \u0026amp; weiterführende Links # Friedrich-Loeffler-Institut — Steckbrief „Befall mit Tropilaelapsmilben\u0026quot; (PDF) National Bee Unit (BeeBase) — Tropilaelaps (englisch, mit Merkblatt zum Ausdrucken) BeeAware Australien — Tropilaelaps mites (englisch, viele Fotos) Washington State University — Navigating the Mite Spectrum in Honey Bee Colonies (englisch, Milben im Volk unterscheiden) ","date":"28. August 2026","externalUrl":null,"permalink":"/imkerwissen/bienen-verstehen/tropilaelaps-milbe/","section":"Imkerwissen","summary":"","title":"Tropilaelaps-Milbe — der neue Bienenparasit","type":"imkerwissen"},{"content":"","date":"10. August 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/einwinterung/","section":"Tags","summary":"","title":"Einwinterung","type":"tags"},{"content":"","date":"10. August 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/sp%C3%A4tsommer/","section":"Tags","summary":"","title":"Spätsommer","type":"tags"},{"content":"","date":"10. August 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/winterbienen/","section":"Tags","summary":"","title":"Winterbienen","type":"tags"},{"content":"Wer im April vor einem summenden, kräftigen Volk steht, sieht das Ergebnis einer Arbeit, die acht Monate zurückliegt. Denn die Bienen, die den Winter überstehen und im Vorfrühling die erste Brut großziehen, schlüpfen bereits zwischen Juli und Oktober. Diese Generation heißt Winterbienen — und was sie in ihren ersten Lebenstagen vorfindet, entscheidet darüber, wie das Volk aus dem Winter kommt.\nEine andere Biene als die vom Juli # Eine Sommerbiene lebt etwa vier bis sechs Wochen. Sie sammelt, baut, füttert und heizt, bis der Körper aufgebraucht ist. Die im Spätsommer geschlüpften Bienen dagegen müssen mehrere Monate durchhalten und danach noch die Kraft haben, im Februar die erste Brut des Jahres zu wärmen und zu versorgen.\nEs ist dieselbe Art, dieselbe Mutter, oft dieselbe Wabe — aber ein anderer Körper. Wie das Volk seine Aufgaben überhaupt auf verschiedene Bienentypen verteilt, beschreibt der Beitrag Das Bienenvolk — wer darin lebt und wie es funktioniert.\nDas Fett-Eiweiß-Polster # Der Unterschied steckt im Inneren. Winterbienen legen ein sogenanntes Fett-Eiweiß-Polster an — eine körpereigene Vorratskammer aus Fett und Eiweiß. Aus dieser Reserve speisen sie später den Futtersaft für die ersten Larven des Jahres, zu einer Zeit, in der draußen noch fast nichts blüht.\nUnd hier steckt das Detail, das die meisten überrascht: Es genügt nicht, dass die Larve gut versorgt wird. Die frisch geschlüpfte Biene muss selbst noch große Mengen Pollen fressen, um dieses Polster aufzubauen. Sie ist also ihre eigene Speisekammer. Fehlt in diesen Tagen der Pollen, schlüpfen zwar Bienen — aber Winterbienen ohne Rücklage. Sie halten kürzer durch, und das Volk startet im Frühjahr aus dem Rückstand.\nPollen im Spätsommer — der Rohstoff # Das entscheidende Zeitfenster liegt etwa zwischen Juli und September. In dieser Zeit muss Pollen hereinkommen, und zwar verlässlich.\nAuf späte Trachten sollte man sich dabei nicht blind verlassen. Sonnenblume, Silphie oder Besenheide liefern nur, wenn kurz vor oder zu Beginn der Blüte genug Regen gefallen ist — bleibt er aus, bleibt auch der Eintrag aus. Genau in dieser Lücke wird der Bienenstand außerdem unruhig, weil die Völker anfangen, sich gegenseitig zu bestehlen; was dann hilft, steht unter Räuberei bei Bienen — wenn Völker klauen.\nWas ein Garten beitragen kann # Es lohnt sich, im August einmal bewusst durch Garten und Umgebung zu gehen und zu schauen: Was blüht hier eigentlich noch? Meist ist die Antwort ernüchternd. Gut nachrüsten lässt sich mit:\nKorbblütlern wie Sonnenhut, Sonnenbraut, Sonnenauge oder Mädchenauge einfach blühenden Dahlien und Kosmeen — bei gefüllten Sorten sind die Staubgefäße zu Blütenblättern umgezüchtet, sie sind für Bienen wertlos Sedum, also Fetthenne, als späte und zuverlässige Quelle Garten- und Küchenkräutern, die man einfach blühen lässt Gemulchte Staudenbeete haben nebenbei den Vorteil, dass sie deutlich weniger Wasser brauchen als Rasen — in trockenen Spätsommern ein Argument für sich.\nWarum die Varroamilbe gerade den Winterbienen schadet # Pollen allein genügt nicht. Die Varroamilbe ist die häufigste Ursache für Winterverluste, und sie trifft ausgerechnet diese Generation am härtesten.\nDie Milben vermehren sich in der verdeckelten Brut. Wer im Spätsommer zu spät eingreift, lässt genau die Bienen unter hoher Belastung heranwachsen, auf die es ankommt. Dazu kommen die Viren, die Milben übertragen: Sie verkürzen die Lebensdauer und schwächen die Leistungsfähigkeit. Tückisch ist die Verzögerung — im August wirkt das Volk oft noch prächtig, und der Schaden zeigt sich erst als mühsame Überwinterung oder als stille, leere Beute im Februar. Wie man den Befall überhaupt beurteilt, erklärt Varroa im Griff — Befall erkennen und handeln.\nEin Blick, der viel verrät # Ein einfaches Warnsignal findet sich am Flugloch: Tauchen dort auffällig kleine, dunkle Bienen auf, manchen fehlen die Flügel, dann war die Behandlung nicht wirksam genug. Das ist kein Schönheitsfehler, sondern ein Hinweis, dass nachgesteuert werden muss.\nWelche Mittel und Mengen jeweils richtig und zugelassen sind, hängt von vielen Faktoren ab — hierzu beraten Bieneninstitute und Imkervereine.\nFutter, Wintersitz und Ruhe # Mit der letzten Honigernte nimmt der Imker dem Volk seinen eigenen Wintervorrat weg. Der Ersatz muss zügig kommen, sonst schränkt die Königin die Eiablage ein — und die Brut, die jetzt ausbleibt, wären die Winterbienen gewesen. In weiten Teilen Deutschlands wird deshalb zwischen Mitte August und Mitte September gefüttert, in mehreren Portionen statt auf einen Schlag, damit das Brutnest Platz behält.\nBis Mitte September sollte der Vorrat stehen. Danach wird es kühl, das Volk zieht sich zur Wintertraube zusammen, und Nachschub nimmt es nur noch an, wenn er unmittelbar am Bienensitz sitzt.\nDer Wintersitz — ein Detail mit großer Wirkung # Beim Einrichten des Wintersitzes lohnt der Blick auf einzelne leere Waben mitten im Brutnest. Sie wirken im Winter wie eine Kältebarriere: Die Traube wandert nicht über sie hinweg, und das Volk kann verhungern, obwohl wenige Zentimeter weiter Futter steht. Solche Waben gehören heraus.\nDanach heißt Winterruhe wirklich Ruhe. Ein Deckel, an dem der Herbststurm zerrt, ein Ast, der bei jedem Windstoß gegen die Beute schlägt, eindringende Nässe — solche Dauerstörungen können ein Volk kosten. Wie sich all das in den Jahresverlauf einfügt, zeigt Das Bienenjahr — was Imker wann tun.\nHäufige Fehler im Spätsommer # Zu spät behandeln. Wer wartet, bis das Volk sichtbar leidet, behandelt die Winterbienen erst, nachdem sie geschädigt sind. Zu spät füttern. Ab Oktober nützt der schönste Vorrat wenig, wenn die Bienen ihn nicht mehr umtragen. Auf eine alte Königin setzen. Nach der Varroa ist das Alter der Königin die zweithäufigste Ursache für Winterverluste. Ältere Weiseln stellen die Eiablage früher ein — genau dann, wenn Winterbienen entstehen sollten. Im Winter „mal nachsehen\u0026quot;. Jedes Öffnen kostet Wärme und Vorrat. Wiegen sagt mehr als aufmachen. Fazit # Winterbienen entstehen nicht im Winter, sondern im Spätsommer — aus Pollen, aus einem niedrigen Milbendruck, aus rechtzeitigem Futter und einer Königin, die noch legt. Wer im August und September gründlich arbeitet, muss im Frühjahr wenig reparieren. Wer es verschiebt, kann es nicht nachholen: Die Generation, um die es geht, ist dann längst geschlüpft.\nQuellen \u0026amp; weiterführende Links # Kunc et al. (2019): The Year of the Honey Bee with Respect to Its Physiology and Immunity — A Search for Biochemical Markers of Longevity, Insects — vergleicht Sommer- und Winterbienen über ein ganzes Jahr und zeigt, woran sich die längere Lebensdauer messen lässt Topal et al. (2022): The Effect of Supplementary Feeding with Different Pollens in Autumn on Colony Development and In Vitro Lifespan of Honey Bees, Insects — untersucht, wie sich die Pollenversorgung im Herbst auf Volksentwicklung, Überwinterung und Lebensdauer auswirkt Was im September und Oktober zusätzlich am Stand lauert: Die Asiatische Hornisse Woher der Honig kommt, der im Sommer geerntet wird: Zu den Honigsorten ","date":"10. August 2026","externalUrl":null,"permalink":"/imkerwissen/bienen-verstehen/winterbienen/","section":"Imkerwissen","summary":"","title":"Winterbienen — warum der Herbst entscheidet","type":"imkerwissen"},{"content":"","date":"7. August 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/asiatische-hornisse/","section":"Tags","summary":"","title":"Asiatische Hornisse","type":"tags"},{"content":"Vor dem Flugloch steht ein dunkles Insekt fast bewegungslos in der Luft und wartet. Kommt eine Sammlerin schwer beladen heim, schießt es vor. Wer diese Jagdszene einmal gesehen hat, vergisst sie nicht: Hier jagt eine Asiatische Hornisse. Seit gut zwanzig Jahren breitet sie sich von Frankreich aus über Europa aus, inzwischen ist sie auch in Bayern angekommen — und kaum ein Thema wird unter Imkern derzeit so aufgeregt diskutiert. Dieser Beitrag ordnet ein, was gesichert ist und was in Deutschland tatsächlich hilft.\nDas Wichtigste in Kürze # Erkennen: dunkler Körper, gelbe Beinenden, von vorn ein orangefarbenes Gesicht. Die Größe sagt gar nichts. Melden: Ein Handyfoto genügt. In Bayern läuft das über das amtliche Portal BeeWarned. Eine gesetzliche Pflicht dazu besteht seit 2025 nicht mehr — sinnvoll ist es trotzdem. Keine Fallen. Sie fangen alles Mögliche mit und sind in Deutschland nicht zulässig. Was wirklich schützt: starke Völker, ein enges Flugloch — und eine saubere Varroabehandlung. Die Milbe bleibt der größere Gegner. Asiatische Hornisse erkennen — und mit wem man sie verwechselt # Am Tier # Die Asiatische Hornisse ist insgesamt dunkler als unsere heimische Europäische Hornisse. Ihr Hinterleib ist überwiegend schwarz mit einer breiten orangefarbenen Binde, das Gesicht von vorn orange. Das zuverlässigste Merkmal sind aber die Beine: dunkel mit auffällig gelben Enden. Die heimische Art hat einen hell gelben, schwarz gestreiften Hinterleib und dunkle Beine.\nEin verbreiteter Irrtum ist die Größe. Die Asiatische Hornisse ist kleiner als die heimische — die Riesenhornissen aus der Presse sind ganz andere Arten und kommen hier nicht vor. Und eine Wespenkönigin erreicht im Frühjahr über zwei Zentimeter, mehr als die ersten Hornissenarbeiterinnen. Wer nach dem größten Tier sucht, sucht falsch.\nAm Nest # Im Verdachtsfall ist das Nest sogar aussagekräftiger als das Tier:\nDie Asiatische Hornisse baut frei hängend, kugelig bis birnenförmig, mit einer kleinen Öffnung an der Seite. Die großen Sommernester hängen meist hoch in Bäumen. Die heimische Hornisse baut in Höhlungen — hohle Bäume, Kamine, Kästen —, eher zylindrisch und mit einer breiten Öffnung an der Unterseite. Diese Unterscheidung ist kein Detail für Spezialisten: Die Europäische Hornisse ist besonders geschützt, ihr Nest zu beschädigen ist verboten. Wer unsicher ist, meldet und lässt bestimmen, statt selbst tätig zu werden.\nWas die Asiatische Hornisse am Bienenstand anrichtet # Die Hornisse braucht Eiweiß für ihre Brut, und ein Bienenstand ist die dichteste Eiweißquelle weit und breit. Gejagt wird im Rüttelflug vor dem Flugloch, erbeutet werden vor allem heimkehrende Sammlerinnen. Der Druck beginnt im Juli, steigt ab September deutlich an und kann bis in den November reichen. Der sichtbare Verlust ist dabei nicht das Schlimme — ein starkes Volk verkraftet einige gefangene Bienen.\nDer Schaden, der erst im Winter sichtbar wird # Erstens sind die Hornissen vor der Beute keine Zufallsgäste. Sie finden einen Stand über den Geruch — Pollen, Honig und der Duftstoff, mit dem die Bienen selbst ihren Eingang markieren — und merken sich anschließend den Weg dorthin. Was man vor dem Flugloch sieht, sind also überwiegend Wiederkehrer. Deshalb hilft es, den Stand geruchsarm zu halten: keine offenen Waben, kein verschüttetes Futter. Dieselbe Regel gilt ohnehin gegen Räuberei bei Bienen.\nZweitens tötet nicht der Fraßverlust, sondern die Lähmung. Stehen dauerhaft Hornissen vor dem Flugloch, geht die Sammeltätigkeit zurück; bei etwa einem Dutzend kommt sie praktisch zum Erliegen. Die Bienen bleiben drinnen, zehren die Vorräte auf und geraten unter Dauerstress. Genau in diese Zeit — September und Oktober — fällt aber die Aufzucht der Winterbienen, jener langlebigen Generation, die das Volk über den Winter tragen muss. Fällt sie zu klein aus, stirbt das Volk nicht im Herbst, sondern im Februar — und der Zusammenhang wird dann leicht übersehen.\nBelastbare Zahlen, ab wann es kritisch wird, gibt es bis heute nicht. Kursierende Schwellenwerte sind Schätzungen, keine Messwerte. Verlässlicher ist die eigene Beobachtung: Wie viele Hornissen stehen regelmäßig vor der Beute, und wie reagieren die Bienen darauf?\nWas in Deutschland zu tun ist — und was nicht # Melden statt selbst bekämpfen # Seit März 2025 gilt die Asiatische Hornisse in Deutschland als etabliert und weit verbreitet. Damit ist die frühere Pflicht entfallen, jedes gefundene Nest sofort zu beseitigen; auch eine gesetzliche Meldepflicht besteht nicht mehr. Über Nester wird seither im Einzelfall entschieden — den amtlichen Stand dazu fasst das Umweltbundesamt zusammen.\nSinnvoll bleibt es trotzdem — es ist der wirksamste Beitrag eines einzelnen Imkers. In Bayern koordiniert das Institut für Bienenkunde und Imkerei; gemeldet wird über BeeWarned, ein Handyfoto genügt. Bestätigte Funde werden geprüft und Nester im Umfeld entfernt.\nAndere Länder haben eigene Portale — die norddeutschen gemeinsam AHlert-Nord, Nordrhein-Westfalen das Neobiota-Portal des LANUV. Sonst ist die untere Naturschutzbehörde des Kreises zuständig.\nZwei ehrliche Einordnungen dazu: Eine Nestentfernung entlastet den Bienenstand, rottet die Art aber nicht aus — dafür ist sie längst zu weit verbreitet. Und Meldungen lohnen gerade dort, wo die Hornisse noch nicht heimisch ist: Königinnen reisen als blinde Passagiere im Frachtverkehr und tauchen sprunghaft weit außerhalb bekannter Gebiete auf.\nWarum hier keine Fallen aufgestellt werden # In Frankreich und Großbritannien gehören Fangfallen und elektrische Fanggeräte zum Werkzeugkasten. In Deutschland gilt das nicht — aus zwei Gründen:\nEs ist keine Falle bekannt, die selektiv nur die Asiatische Hornisse fängt. Im Beifang landen heimische Insekten, darunter die geschützte Europäische Hornisse. Der Einsatz ist deshalb naturschutzrechtlich nicht zulässig. Dass Fallen die Ausbreitung bremsen, ist wissenschaftlich nicht belegt. Zum Beobachten gibt es einen zugelassenen Weg: ein Glas mit einem Docht aus Schwammtuch und süß-gäriger Lockflüssigkeit. Die Tiere naschen daran, ertrinken aber nicht. Beobachten ja — fangen nein.\nStarke Völker — und warum Varroa das größere Problem bleibt # Am Stand wirken unspektakuläre Maßnahmen: das Flugloch verengen, damit das Volk den Eingang leichter verteidigt, ein Gitter davorsetzen oder den Bewuchs vor dem Flugloch hoch wachsen lassen. Das reduziert den Druck spürbar — es beendet ihn nicht.\nNützlich ist außerdem ein Blick auf die Uhr: Die Asiatische Hornisse stellt ihre Aktivität bei Dämmerung ein, anders als die heimische. Arbeiten am Volk und Fütterung legt man deshalb in die Randzeiten. Und die intensiven Eingriffe des Sommers gehören abgeschlossen, bevor der Jagddruck einsetzt — wie sich das ins Jahr einfügt, zeigt der Überblick Das Bienenjahr — was Imker wann tun.\nUnd damit zum unbequemsten Punkt. Deutsche Imkerbefragungen zeigen zwar einen Zusammenhang zwischen jagenden Hornissen und höheren Winterverlusten. Die höchsten Verluste trafen aber die Völker, die keine Varroabehandlung bekommen hatten. Das relativiert die Hornisse nicht — es ordnet sie ein: Sie ist ein zusätzlicher Stressfaktor auf ohnehin belastete Völker, nicht deren Hauptgegner. Wer aus Sorge um die Hornisse die Varroaarbeit schleifen lässt, verliert seine Völker zuverlässig an die Milbe. Warum das so ist, steht im Beitrag Varroa im Griff — Befall erkennen und handeln. Welche Mittel und Mengen jeweils richtig und zugelassen sind, hängt von vielen Faktoren ab — hierzu beraten Bieneninstitute und Imkervereine.\nDas beste Mittel gegen die Asiatische Hornisse ist deshalb kein Mittel, sondern ein Zustand: ein starkes, gesundes Volk mit ordentlichem Futtervorrat.\nFazit # Die Asiatische Hornisse ist ein ernstzunehmender Bienenschädling, aber kein Grund zur Panik — und schon gar keiner für Fallen. Wer sie sicher erkennt, Funde meldet und ansonsten seine Völker stark und varroafrei durch den Sommer bringt, tut genau das Richtige.\nQuellen \u0026amp; weiterführende Links # Umweltbundesamt: Asiatische Hornisse — Erkennung, Verbreitung und Rechtslage BeeWarned — amtliches Meldeportal für Bayern AHlert-Nord — gemeinsames Meldeportal der norddeutschen Länder Requier et al. (2018): Predation of the invasive Asian hornet affects foraging activity and survival probability of honey bees, Journal of Pest Science Deutscher Imkerbund: Vespa velutina umgestuft — was nun? ","date":"7. August 2026","externalUrl":null,"permalink":"/imkerwissen/bienen-verstehen/asiatische-hornisse/","section":"Imkerwissen","summary":"","title":"Asiatische Hornisse — Gefahr für den Bienenstand","type":"imkerwissen"},{"content":"","date":"7. August 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/vespa-velutina/","section":"Tags","summary":"","title":"Vespa Velutina","type":"tags"},{"content":"","date":"6. August 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/r%C3%A4uberei/","section":"Tags","summary":"","title":"Räuberei","type":"tags"},{"content":"Im Hochsommer, wenn die letzte Tracht vorbei ist und draußen nichts mehr blüht, ändert sich der Ton am Bienenstand. Aus den friedlich sammelnden Völkern werden Konkurrentinnen: Räuberei bei Bienen heißt, dass ein Volk die Vorräte eines anderen plündert. Für Imker ist das eine der unangenehmsten Situationen der Saison — sie eskaliert schnell und hört selten von allein wieder auf.\nWarum Bienen überhaupt räubern # Räuberei ist kein Fehlverhalten, sondern schlichte Ökonomie. Solange Nektar fließt, holen die Sammlerinnen ihn dort, wo er am billigsten zu haben ist: an der Blüte. Versiegt die Tracht, verschiebt sich die Rechnung. Eine Wabe mit fertigem Honig im Nachbarvolk ist dann die ergiebigste Quelle weit und breit — und Bienen unterscheiden nicht zwischen „unserem\u0026quot; und „fremdem\u0026quot; Vorrat.\nAb etwa Mitte Juli sind sie deshalb dauerhaft auf der Suche. Und zwar, und das überrascht die meisten, unabhängig davon, wie voll die eigenen Waben sind: Auch satt gefütterte Völker räubern. Gut zu füttern ist also kein Schutz. Besonders scharf wird die Lage, wenn eine große Fläche abblüht und die Tracht von einem Tag auf den anderen abreißt.\nBeraubt wird, wer sich nicht wehren kann — ein Volk ohne Königin, ein krankes, oder eines mit zu wenigen Bienen für die Wächterposten am Flugloch. In der Natur setzt sich hier das stärkere Volk durch, ganz ohne Zutun des Imkers.\nWarum Imker sie trotzdem verhindern # Was natürlich ist, muss nicht harmlos sein. Ein ausgeraubtes Volk verhungert — das allein wäre Grund genug. Der größere Schaden entsteht aber danach: Krankheiten und Varroamilben wandern mit der Beute.\nUnd zwar in beide Richtungen. Wer glaubt, das eigene starke Volk mache dabei ein Geschäft, irrt: Untersuchungen zeigen, dass sich gerade die räubernden Bienen verstärkt mit Varroamilben und anderen Erregern anstecken. Warum die Milbe so gefährlich ist, steht im Beitrag Varroa im Griff — Befall erkennen und handeln. Wie groß der Schaden werden kann, zeigt eine Erhebung aus Indien: Dort gingen in zwei Jahren zwischen 15 und 75 Prozent der Völker durch Räuberei verloren.\nWoran man Räuberei bei Bienen erkennt # Der falsche Alarm # Zuerst die Entwarnung, denn sie erspart viel Schrecken: Etwa zehn Minuten nach einer Futtergabe kocht das Flugloch des gefütterten Volkes plötzlich über. Das ist keine Räuberei. Im Stock ist das Futter entdeckt worden und wird mit dem Rundtanz beworben — einem Tanz ohne Richtungsangabe, der sinngemäß sagt: „such ganz in der Nähe\u0026quot;. Die aufgeforderten Bienen stürzen daraufhin hinaus. Derselbe Tanz verbreitet im Spätsommer allerdings auch jede entdeckte fremde Quelle.\nDie echten Zeichen # Das feinste Merkmal ist die Flugrichtung. Beim räubernden Volk fliegen die Bienen „raus und rein\u0026quot; — sie starten leer und kommen vollgesogen zurück. Beim Opfer ist es umgekehrt: „rein und raus\u0026quot;. Dazu kommen:\nEin klebriges Flugloch. Räuberinnen verlassen den Stock vollgesogen und hinterlassen schmierige Spuren; das Flugloch wird auf Dauer nicht mehr sauber gehalten. Wachskrümel. Auf dem Anflugbrett liegen feine helle Späne — aufgebissenes Deckelwachs. Wer eine Windel unter dem Volk hat, findet dort dasselbe, dazu Bienenbeine und Fühler aus den Kämpfen im Stockinneren. Tote Bienen vor dem Flugloch, anfangs von den Wächterinnen abgestochen. Eine auffällig leichte Beute beim Anheben, und beim Öffnen stieben fremde Bienen hektisch auf. Futter verschwindet, ohne anzukommen. Das Futtergeschirr ist leer, aber in den Waben reichert sich nichts an — das verräterischste Zeichen überhaupt. Räuberei tritt in zwei Formen auf. Die offene ist unübersehbar: wildes Fliegen, Kämpfe, oft mehrere Völker beteiligt, das Opfer in Stunden überrannt. Die stille zeigt fast nichts — ein Volk wird über Tage unauffällig leergetragen. Sie ist die gefährlichere.\nBleibt die Frage, welches Volk räubert. Dafür gibt es einen verblüffend einfachen Test: etwas Mehl am Flugloch des Opfers ausstreuen und schauen, in welchen Kasten die bestäubten Bienen anschließend einfliegen.\nWie man Räuberei vermeidet # Räuberei entsteht selten aus dem Nichts. Unter Imkern heißt es: einer Räuberei geht immer eine Unachtsamkeit des Imkers voraus. Entsprechend viel lässt sich durch Arbeitsweise verhindern.\nBei der Ernte # Honigduft in einer trachtlosen Landschaft wirkt wie ein Signal. Deshalb wird zügig und in einem Zug gearbeitet statt in mehreren Etappen. Entnommene Waben bleiben nie offen stehen, sondern kommen abgedeckt in eine dichte Kiste. Und was nach dem Schleudern honigfeucht ist — Waben, Siebe, Geschirr —, wird nicht im Freien ausgelegt, sondern von den Bienen im eigenen Stock sauber lecken gelassen.\nAuch die Tageszeit zählt: Am Trachtende erntet man besser abends, weil sich eine beginnende Räuberei über Nacht beruhigt. Warum in laufender Tracht trotzdem der Morgen die bessere Wahl ist, steht im Beitrag Honigernte — wann Honig wirklich reif ist.\nBeim Füttern # Sauber arbeiten. Verschüttetes Futter ist eine Einladung; im Zweifel mit Wasser wegspülen. Abends füttern, möglichst kurz vor der Dunkelheit — bis zum Morgen haben die Sucherinnen die Quelle vergessen. Kontrollieren dagegen früh morgens, wenn wenig Flugbienen unterwegs sind. Das Flugloch verengen, und zwar bevor gefüttert wird. Als Größenordnung gilt: nicht höher als etwa ein Zentimeter. Ganz zudrücken hilft nicht — dann leidet die Belüftung und der Duft entweicht durch andere Ritzen. Dicht arbeiten. Undichte Futtergefäße und schlecht sitzende Deckel sind die häufigste Einflugschneise. Geruchsarmes Futter wählen. Honig provoziert am stärksten, Sirup deutlich weniger als selbst angerührtes Zuckerwasser, und bei festem Futterteig räubern Bienen praktisch gar nicht. Die häufigsten Fehler # Zu viele oder zu unterschiedlich starke Völker dicht beieinander. Mittags bei Sonne lange am offenen Volk arbeiten. Schwache Jungvölker neben den großen Wirtschaftsvölkern aufstellen. Sie ziehen fast immer den Kürzeren — mehr dazu unter Ableger — wie ein neues Volk entsteht. Ein Volk mit Milbenbefall eingehen lassen, statt es zu behandeln. Geschwächte Völker sind die Opfer von morgen. Wenn es doch passiert # Fängt es an, zählt Tempo. Die laufende Arbeit wird sofort abgebrochen, das Volk geschlossen, jedes offene Wabenstück weggeräumt. Beruhigt sich die Lage nicht binnen Minuten, hilft Wasser: Beregnet man die Flugfront, gehen die Räuberinnen ab — Bienen fliegen bei Regen nicht.\nLäuft die Räuberei erst richtig, reicht ein enges Flugloch nicht mehr. Dann wird es zusätzlich verstellt, etwa mit einem Brett oder einem Zweig davor, sodass der Zugang nicht mehr direkt anzufliegen ist. Retten lässt sich das Volk aber meist nur, indem man es aus dem Flugbereich der Räuberinnen bringt — rund zwei bis drei Kilometer weit, sonst finden sie zurück.\nDamit ist erst die Hälfte getan: Hunderte Räuberinnen fliegen weiter den alten Platz an und stürzen sich, wenn dort nichts mehr steht, auf die Nachbarvölker. Der Kniff dagegen ist simpel — man stellt eine leere Beute ohne Waben an den alten Platz. Die Räuberinnen suchen darin herum und merken erst nach und nach, dass nichts zu holen ist. Nach ein paar Tagen kann die Attrappe wieder verschwinden.\nEin letzter Trick betrifft den ganzen Stand: Fällt im September auf, dass einzelne Völker zu wenig eingelagert haben, füttert man alle nach — die satten nur ein wenig. Dann duftet der ganze Stand gleich, und die Schwachen stechen nicht mehr als Ziel hervor. Wie sich diese Arbeiten ins Jahr einfügen, zeigt der Überblick Das Bienenjahr — was Imker wann tun.\nFazit # Räuberei ist natürliches Bienenverhalten, das der Imker meist selbst auslöst — durch Duft, offene Waben und zu breite Fluglöcher. Wer im Spätsommer zügig, sauber und abends arbeitet, bekommt sie in aller Regel gar nicht erst zu sehen.\nQuellen \u0026amp; weiterführende Links # Wang et al. (2025): Honey Robbing — Causes, Impacts and Preventive Measures, Insects Warum die Milbe zurückkommt: Varroa im Griff — Befall erkennen und handeln Arbeiten in trachtarmer Zeit: Totale Brutentnahme ","date":"6. August 2026","externalUrl":null,"permalink":"/imkerwissen/bienen-verstehen/raeuberei-bei-bienen/","section":"Imkerwissen","summary":"","title":"Räuberei bei Bienen — wenn Völker klauen","type":"imkerwissen"},{"content":"","date":"5. August 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/hitze/","section":"Tags","summary":"","title":"Hitze","type":"tags"},{"content":"An heißen Sommerabenden hängt vor manchen Fluglöchern eine dichte, mehrlagige Traube Bienen. Wer das zum ersten Mal sieht, denkt an einen Schwarm — und liegt daneben. Was da hängt, ist die sichtbarste Antwort auf Hitze im Bienenstock. Und diese Antwort ist heute häufiger nötig als noch vor zwanzig Jahren.\nWarum Hitze im Bienenstock zum Problem wird # Ein Bienenvolk hält sein Brutnest bei rund 34 bis 35 Grad — konstant, das ganze Jahr über. Diese Temperatur ist keine Bequemlichkeit, sondern Bedingung: Bei zu kühler Brut entwickeln sich die Larven schlecht, bei zu warmer ebenso.\nIm Winter ist das die leichtere Übung. Ein Volk kann Wärme selbst erzeugen, indem es mit den Flugmuskeln zittert. Kälte dagegen kann es nicht herstellen. Im Hochsommer muss es also gegen die Umgebung arbeiten — und zwar mit deutlich weniger Mitteln.\nDazu kommt die Biologie der Insekten. Sie sind wechselwarm: Ihre Körpertemperatur folgt der Umgebung, statt sich davon abzukoppeln. Wärmer ist für Insekten grundsätzlich günstig, doch oberhalb von etwa 40 Grad kommen nur wenige, besonders angepasste Arten noch gut zurecht. Und das Wabenwerk selbst ist aus Wachs — ein Baustoff, der bei Hitze weich wird. Ein überhitzter Stock verliert also nicht nur seine Brut, sondern womöglich auch seine Statik.\nWie das Volk als Ganzes organisiert ist und wer darin welche Aufgabe hat, steht im Beitrag Das Bienenvolk — Königin, Arbeiterin, Drohn.\nWasser, Fächeln, Bienenbart — die Klimaanlage des Volkes # Gegen die Hitze fährt ein Volk drei Maßnahmen gleichzeitig auf, und alle drei kann man von außen beobachten.\nErstens Wasser. Sammlerinnen fliegen an Bäche, Pfützen oder Tautropfen und saugen mit dem Rüssel Wasser auf. Im Stock geben sie es ab, andere Bienen verteilen es in dünnen Filmen auf den Waben. Verdunstet dieses Wasser, entzieht es der Luft Wärme — dasselbe Prinzip, das den Menschen beim Schwitzen kühlt. An Hitzetagen wird Wasser damit so wichtig wie Nektar.\nZweitens Luft. Am Flugloch stellen sich Bienen auf, hängen sich mit den Beinen fest und fächeln mit den Flügeln. Sie erzeugen so einen gerichteten Luftstrom durch den Stock, der die feuchtwarme Luft hinausträgt und trockene nachzieht. Übrigens ist es dieselbe Technik, mit der ein Volk seinen Nektar zu haltbarem Honig eintrocknet — mehr dazu im Beitrag Wann Honig reif ist.\nDrittens Platz. Zehntausende Bienen sind selbst eine Wärmequelle. Wird es zu warm, geht ein Teil des Volkes schlicht nach draußen und hängt sich als Traube vor das Flugloch. Weniger Körper im Stock bedeuten weniger Abwärme im Stock.\nWarum der Bienenbart kein Schwarm ist # Genau diese Traube heißt unter Imkern Bienenbart. Sie sorgt regelmäßig für besorgte Anrufe, dabei ist sie ein gutes Zeichen — das Volk reguliert.\nEin Schwarm hängt nicht am Stock, sondern zieht weg. Er sammelt sich als Traube an einem Ast oder Zaunpfahl, oft einige Meter entfernt, und bricht nach Stunden auf. Der Bienenbart dagegen klebt an der Beute und ist am nächsten Morgen verschwunden. Ein Bart bedeutet nicht Platzmangel. Er tritt auch an weit geöffneten Fluglöchern auf, wenn der Abend noch über 30 Grad hat. Ein Bart ist kein Krankheitszeichen. Kritisch wären tote Bienen vor dem Stock oder ein Volk, das den Bart auch nachts bei kühler Luft nicht auflöst. Was von außen hilft: Schatten, Wasser und ein gedämmter Deckel # Ein Imker kann die Hitze nicht abstellen, aber er kann dem Volk Arbeit abnehmen. Drei Hebel wirken.\nDer Standort ist der stärkste davon. Beuten im Halbschatten heizen sich langsamer auf als Beuten in der prallen Mittagssonne. Der Preis dafür ist ehrlich zu nennen: Schattige Lagen am Waldrand liefern oft weniger Nektar. Wer dort steht, erntet weniger — der Honig bleibt dann eben dem Volk als Vorrat.\nEine Wasserstelle in Flugreichweite spart den Sammlerinnen weite Wege. Ein flaches Gefäß mit Steinen oder Moos als Landeplatz genügt; wichtig ist nur, dass es nie ganz austrocknet.\nDämmung wirkt in beide Richtungen. Das überrascht viele: Eine Dämmschicht unter dem Deckel gilt als Wintermaßnahme, hält im Sommer aber die Sonnenwärme genauso zuverlässig draußen. An einem wolkenlosen 32-Grad-Tag lässt sich das mit der Hand nachvollziehen — der Metalldeckel ist heiß, direkt über den Rähmchen herrscht dagegen normale Umgebungstemperatur. Die Schicht muss im Frühjahr also nicht heraus.\nEines gehört noch dazu: Bei großer Hitze wird nicht am Volk gearbeitet. Jedes Öffnen reißt das mühsam gehaltene Stockklima auf, und auch Behandlungen gegen die Varroamilbe funktionieren nur innerhalb bestimmter Temperaturfenster — oberhalb davon schaden sie mehr, als sie nützen. Welche Mittel und Mengen jeweils richtig und zugelassen sind, hängt von vielen Faktoren ab; hierzu beraten Bieneninstitute und Imkervereine. Wie sich die Sommerarbeit ins Jahr einfügt, zeigt der Überblick Das Bienenjahr.\nMehr heiße Tage: was der Klimawandel für die Bienen ändert # Dass sich die Erde erwärmt und dass der Mensch die Ursache dafür ist, ist wissenschaftlich geklärt. Für die Imkerei heißt das ganz praktisch: Hitzeperioden werden häufiger und dauern länger. Was früher ein einzelner Ausnahmetag war, ist heute eine Woche am Stück.\nSichtbar wird das nicht nur an den Bienenbärten. Wärmeliebende Insektenarten wandern nach Norden, etwa die auffällige Große Holzbiene, die inzwischen weit über ihr früheres Verbreitungsgebiet hinaus anzutreffen ist. In ausgesprochenen Hitzelagen fällt die Honigernte kleiner aus, weil Pflanzen bei Trockenheit weniger Nektar bilden.\nWichtig ist dabei die Einordnung: Hitze wirkt selten allein. Ausgeräumte Landschaften und großflächige Monokulturen setzen Insekten unabhängig von jedem Thermometer zu. Und Wärme ist nicht pauschal der schlimmere Stress. Eine kontrollierte Studie an Bienenköniginnen zeigte, dass zwei Stunden Kälte die Vitalität der eingelagerten Spermien senkten — zwei Stunden bei 42 Grad im Mittel nicht.\nDas ist keine Entwarnung, sondern eine Präzisierung. Hitze trifft ein Bienenvolk seltener als direkter Hitzschlag, sondern über Umwege: über fehlendes Wasser, über versiegende Tracht, über Arbeitskraft, die für Kühlung draufgeht statt fürs Sammeln.\nFazit # Ein Bienenvolk ist gegen Hitze nicht wehrlos — es kühlt mit Wasser, Luft und dem Bart vor dem Flugloch erstaunlich wirksam. Was der Mensch beitragen kann, ist bescheiden und wirkt trotzdem: Schatten, Wasser in der Nähe und die Ruhe, an heißen Tagen nicht am Volk zu arbeiten.\nQuellen \u0026amp; weiterführende Links # McAfee et al. (2021): Vergleich von Hitze- und Kältestress bei Bienenköniginnen, PLOS One ","date":"5. August 2026","externalUrl":null,"permalink":"/imkerwissen/bienen-verstehen/hitze-im-bienenstock/","section":"Imkerwissen","summary":"","title":"Hitze im Bienenstock — Bienen im Klimawandel","type":"imkerwissen"},{"content":"","date":"5. August 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/klimawandel/","section":"Tags","summary":"","title":"Klimawandel","type":"tags"},{"content":"","date":"5. August 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/sommer/","section":"Tags","summary":"","title":"Sommer","type":"tags"},{"content":" Verantwortlicher # Stefan Sandmann Buchhierlstraße 27 81479 München\nHosting # Diese Website wird als statische Seite bei ALL-INKL.COM – Neue Medien Münnich (René Münnich, Hauptstraße 68, 02742 Friedersdorf, Deutschland) gehostet. Beim Aufruf werden technisch notwendige Server-Logdaten (z. B. IP-Adresse, Zeitpunkt, abgerufene Seite) verarbeitet, die zur Auslieferung und Absicherung der Website erforderlich sind. 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Deine Rechte # Du hast das Recht auf Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung und Widerspruch bezüglich der Verarbeitung deiner personenbezogenen Daten. Wende dich dazu an die oben genannte Kontaktadresse.\n","date":"28. Juli 2026","externalUrl":null,"permalink":"/datenschutz/","section":"Imkerei Sandmann","summary":"","title":"Datenschutzerklärung","type":"page"},{"content":"","date":"18. Juli 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/k%C3%B6nigin/","section":"Tags","summary":"","title":"Königin","type":"tags"},{"content":"Eine Königin zusetzen — also einem Volk eine neue Königin geben — klingt harmlos, ist aber einer der heikelsten Handgriffe in der Imkerei. Bienen erkennen ihre Königin am Duft, und eine fremde Königin ist für sie zunächst genau das: eine Fremde. Wer sie einfach hineinsetzt, riskiert, dass die Arbeiterinnen sie umklammern und töten. Dieser Beitrag zeigt einen besonders sicheren Weg, das Aufsetzen, und erklärt den zweiten entscheidenden Punkt: wann man nachschaut, ob die neue Königin angenommen ist und legt.\nWarum das Zusetzen so heikel ist # Ein Bienenvolk hält nicht über Befehle zusammen, sondern über Duft. Die Königin gibt einen Botenstoff ab — den Weiselstoff (den „Königinnen-Duft\u0026quot;) —, der über die Fütterung von Biene zu Biene durchs ganze Volk wandert. Solange dieser Duft da ist, weiß jede Biene: Uns geht es gut, wir haben eine Königin.\nGenau darin liegt das Problem beim Zusetzen. Eine neue Königin riecht immer ein wenig anders als die gewohnte. Für die Bienen ist sie erst einmal ein Eindringling — und den behandeln sie rabiat: Sie bilden eine Kugel um sie, die sogenannte Knäuelbildung, und die Königin stirbt. Der ganze Trick beim Zusetzen besteht deshalb darin, den Bienen Zeit zu geben, sich an den neuen Duft zu gewöhnen, bevor sie mit der Königin in direkten Kontakt kommen.\nDie Grundvoraussetzung: ein weiselloses Volk # Bevor überhaupt eine neue Königin ins Spiel kommt, muss eines sicher sein: Das Volk darf keine eigene Königin und keine angefangenen Königinnenzellen mehr haben. Ein Volk, das sich gerade selbst eine Königin heranzieht, nimmt keine zweite an — es hat ja schon Pläne.\n„Weisellos\u0026quot; heißt in der Imkersprache genau das: ohne Weisel, also ohne Königin. Wer unsicher ist, macht die Weiselprobe: Man hängt eine Wabe mit ganz jungen Larven ein und schaut ein bis drei Tage später nach. Beginnen die Bienen, auf dieser Wabe Königinnenzellen zu bauen, waren sie tatsächlich königinlos — und man kann guten Gewissens zusetzen. Tun sie nichts dergleichen, steckt vermutlich doch noch irgendwo eine Königin im Volk.\nDie Aufsetzmethode — Bienen laufen zur Königin # Königinnen werden oft in einem Begattungskästchen herangezogen: einer kleinen Box mit einer Handvoll Bienen, in der eine junge Königin schlüpft, zur Begattung ausfliegt und danach mit dem Eierlegen beginnt. Genau so eine begattete, bereits legende Königin ist die sichere Wahl zum Zusetzen — nur sitzt sie eben noch mit ihrem kleinen Gefolge in dieser Box.\nDie Aufsetzmethode löst das besonders elegant. Statt die Königin einzeln zu fangen und in einen Käfig zu sperren, setzt man das ganze Kästchen von oben auf das Volk auf:\nEine leere Zarge aufsetzen. Auf die Beute — den „Bienenkasten\u0026quot; — kommt eine leere Zarge, also ein leeres Stockwerk ohne Waben, als Zwischenraum. Zeitungspapier dazwischen. Zwischen Volk und Kästchen liegt eine Lage Zeitungspapier mit ein paar kleinen Löchern. Diese Papierschicht ist der Clou: Sie trennt die beiden Bienengruppen zunächst, lässt aber den Duft langsam hindurch. Das Kästchen öffnen. Man zieht den Boden des Begattungskästchens ein Stück auf, sodass die Königin mit ihrem Völkchen nach unten laufen kann. Die Bienen erledigen den Rest. In den nächsten Stunden nagen sich beide Gruppen durch das Papier. Bis sie sich treffen, riechen sie längst gleich — der Duft hat sich vermischt. Die Königin läuft mit ihren Bienen nach unten ins Volk und wird als eine der ihren aufgenommen. Der Reiz dieser Methode: kein Fangen, kein Quetschen, keine Hektik. Das Zeitungspapier erzwingt genau die langsame Annäherung, auf die es ankommt — und die Erfolgsquote ist entsprechend hoch. Dasselbe Prinzip nutzen Imker übrigens auch, um zwei Völker miteinander zu vereinigen.\nNach dem Zusetzen: kontrollieren und abwarten # Der richtige Zeitpunkt für die Kontrolle # Jetzt kommt der Punkt, an dem die meisten Fehler passieren — aus reiner Neugier. Nach dem Zusetzen ist das Verhältnis zwischen Volk und neuer Königin noch labil. Öffnet man zu früh, stört man genau in dem Moment, in dem die Bienen noch nicht ganz entschieden haben, ob sie die Neue behalten. Eine Störung kann dann das Blatt wenden — und die Königin wird doch noch eingeknäuelt.\nDeshalb die einfache Faustregel: erst nach etwa 7 bis 10 Tagen nachschauen. So lange bleibt der Deckel zu. Das ist lang genug, dass sich das Volk beruhigt und die Königin ihre Eiablage aufgenommen hat — und kurz genug, dass man rechtzeitig eingreifen kann, falls etwas schiefging.\nWorauf man bei der Kontrolle achtet:\nStifte in den Zellen. „Stifte\u0026quot; sind die frisch gelegten Eier — winzige, weiße Stäbchen, die senkrecht am Zellenboden stehen. Sie sind der Beweis, dass die Königin da ist und legt. Eine ruhige Königin. Zieht sie gelassen über die Waben und wird von den Bienen umsorgt, ist die Annahme geglückt. Wird sie dagegen gejagt oder gedrängt, steckt womöglich noch eine zweite Königin im Volk. Wenn die Königin nicht legt # Es kommt vor — auch erfahrenen Imkern —, dass eine eigentlich gut legende Königin nach dem Umzug ins neue Volk zunächst nicht wieder in die Eiablage geht. Sie läuft nur über die Waben, ohne zu stiften. Ein sicherer Grund lässt sich oft gar nicht benennen.\nZieht die Königin dabei friedlich umher und wird nicht gejagt, ist die Annahme grundsätzlich gelungen — man kann ihr noch ein paar Tage Zeit geben. Springt sie dann immer noch nicht an, tauscht man sie gegen eine bereits legende Königin aus oder vereinigt das Volk mit einem anderen, statt es weiter hoffen zu lassen.\nWer der Sache auf den Grund gehen will, hat einen schonenden Trick: die Königin in ein gut gefüttertes Begattungskästchen mit auslaufender Brut setzen. Dort, in kleiner, ruhiger Runde, lässt sich in aller Ruhe beobachten, ob sie doch noch mit dem Legen beginnt — bevor man sie voreilig aufgibt.\nHäufige Anfängerfehler # Zu früh kontrolliert → die Störung im noch labilen Verhältnis kann die Königin das Leben kosten. Mindestens 7–10 Tage Ruhe geben. Ins noch beweiselte Volk zugesetzt → ein Volk mit eigener Königin oder angefangenen Königinnenzellen nimmt keine neue an. Vorher weisellos machen und per Weiselprobe absichern. Zu lange gewartet → schlüpft im weisellosen Volk unbemerkt eine eigene Nachschaffungskönigin, wird das Zusetzen unnötig kompliziert. Eine unbegattete oder frisch geschlüpfte Königin zugesetzt → am sichersten ist eine bereits begattete, legende Königin. Fazit # Eine Königin zuzusetzen ist Vertrauenssache — man kann es nicht erzwingen, nur gut vorbereiten. Wer in ein wirklich weiselloses Volk eine begattete Königin über die Aufsetzmethode einbringt und danach die Finger vom Deckel lässt, bis die 7 bis 10 Tage um sind, hat die beiden größten Fehlerquellen ausgeschaltet. Der Rest ist ein Blick auf die Waben: Findet man Stifte und eine ruhige Königin, ist aus zwei getrennten Bienengruppen wieder ein Volk geworden.\nWie ein solches weiselloses Jungvolk überhaupt entsteht, steht in den Beiträgen Ableger — wie ein neues Volk entsteht und Kunstschwarm — Schritt für Schritt zum neuen Volk.\nQuellen \u0026amp; weiterführende Links # Grundlagen der Volksbildung: Ableger — wie ein neues Volk entsteht ","date":"18. Juli 2026","externalUrl":null,"permalink":"/imkerwissen/vermehrung/koenigin-zusetzen/","section":"Imkerwissen","summary":"","title":"Königin zusetzen — so gelingt die Annahme","type":"imkerwissen"},{"content":"","date":"18. 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Die totale Brutentnahme, unter Imkern kurz „TBE\u0026quot; genannt, ist eine der wirksamsten Methoden, um die gefährlichste Bedrohung eines Bienenvolks in Schach zu halten: die Varroamilbe. Wer versteht, was dabei passiert, versteht zugleich, warum ausgerechnet das Entfernen der Brut den Bienen hilft.\nDas Versteck der Varroamilbe # Die Varroamilbe ist ein winziger Parasit, der an Bienen saugt und sie schwächt — unbehandelt geht ein Volk daran über kurz oder lang zugrunde. Das Tückische ist ihr Lebensrhythmus: Die Milbe vermehrt sich ausschließlich in der verdeckelten Brut. Kurz bevor eine Brutzelle mit einem Wachsdeckel verschlossen wird, schlüpft die Milbe hinein und legt dort, gut geschützt unter dem Deckel, ihre Nachkommen ab. Solange also Brut im Volk ist, sitzt ein Großteil der Milben sicher verborgen — für jede Behandlung nahezu unerreichbar.\nGenau hier setzt die totale Brutentnahme an. Nimmt man dem Volk die komplette Brut, nimmt man der Milbe ihr Versteck. Was übrig bleibt, sind nur noch die Milben, die gerade auf erwachsenen Bienen mitreiten — und die sind, anders als die versteckten, gut zu erreichen.\nDie totale Brutentnahme Schritt für Schritt # Der Eingriff selbst ist erstaunlich schlicht. Der Imker entnimmt nach und nach alle Waben mit Brut und ersetzt sie durch frische Mittelwände — dünne Wachsplatten, aus denen die Bienen neue, saubere Waben bauen. Die Königin bleibt dabei im Volk; sie muss nicht einmal gesucht werden, was die Sache deutlich vereinfacht. Zurück bleibt ein Volk voller erwachsener Bienen, aber ganz ohne Brut — von einem Tag auf den anderen brutfrei.\nIn diesem brutfreien Zustand lässt sich die verbliebene Milbenlast gezielt und wirksam behandeln, weil sich jetzt keine Milbe mehr verstecken kann. Welche Mittel und Mengen jeweils richtig und zugelassen sind, hängt von vielen Faktoren ab — hierzu beraten Bieneninstitute und Imkervereine.\nEin schöner Nebeneffekt kommt gratis dazu: Weil ohnehin frische Waben eingehängt werden, erneuert das Volk bei dieser Gelegenheit sein Wabenwerk. Alte, dunkle Waben, in denen sich über die Jahre Rückstände sammeln, verlassen den Stock — eine kleine Frühjahrsputz-Aktion für die Bienengesundheit.\nDer richtige Zeitpunkt # Nicht jeder Tag eignet sich. Als günstig gilt der Zeitraum rund um die letzte Honigernte im Hochsommer. Dann steht meist noch etwas Tracht — also Nektar in der Landschaft —, sodass das brutfrei gemachte Volk gleich wieder Anschluss findet und sich neu aufbauen kann. Wann der Honig überhaupt erntereif ist, entscheidet sich an einem ganz anderen Wert: dem Wassergehalt, um den es im Beitrag Honigernte — wann Honig wirklich reif ist geht.\nZugleich ist die Gefahr der sogenannten Räuberei geringer: In trachtarmen Zeiten versuchen fremde Bienen gern, in einem gerade geöffneten Stock Vorräte zu erbeuten. Deshalb arbeitet man zügig, am liebsten in den kühleren Morgen- oder Abendstunden, und verschließt offene Wabenkisten sofort.\nNach der Brutentnahme bekommt das Volk ausreichend Futter und wird nach und nach wieder mit frischen Waben erweitert, bis es rechtzeitig zum Herbst eine überwinterungsfähige Größe erreicht hat.\nWohin mit der entnommenen Brut? # Bleibt die Frage: Was geschieht mit den vollen Brutwaben, die man dem Volk entnommen hat? Dafür gibt es zwei Wege.\nEinschmelzen. Die Waben werden eingeschmolzen, das Wachs wiederverwertet. Mit der Brut verschwinden auch die darin versteckten Milben — ein sauberer Schnitt. Als neues Volk weiterführen. Alternativ stellt man die Brutwaben zu einem eigenen kleinen Volk zusammen, einem sogenannten Sammelbrutableger. Er wird an einem anderen Standort aufgestellt und dort, sobald auch er brutfrei geworden ist, behandelt — denn in ihm sitzt nun ein Großteil der Milben. So geht keine Biene verloren, und aus der „Abfallbrut\u0026quot; wächst mit etwas Pflege ein neues Völkchen heran. Wie aus solchen Waben ein eigenständiges Volk wird, beschreibt der Beitrag Ableger — wie ein neues Volk entsteht. Die Fangwabe — eine Ergänzung, kein Ersatz # Eng verwandt ist ein zweites Verfahren: die Fangwabe. Dabei lässt man dem Volk bewusst eine einzige Wabe mit junger Brut. Die Milben stürzen sich mangels Alternative auf diese eine Wabe — und mit ihr, wenige Tage später entnommen und eingeschmolzen, verschwindet ein erheblicher Teil des Befalls.\nWichtig ist die richtige Einordnung: Die Fangwabe senkt den Befall, sie beseitigt ihn nicht. Wie viele Milben sie tatsächlich abfängt, hängt stark vom Zeitpunkt und von der Ausgangslage ab. Als alleinige Maßnahme reicht sie in aller Regel nicht aus — sie ist ein Baustein, der andere Schritte ergänzt. Was ein Volk im Einzelfall braucht, zeigt sich erst, wenn man den Befall regelmäßig kontrolliert.\nVorteile und Grenzen # Der große Vorzug der totalen Brutentnahme ist ihre sofortige Wirkung: Das Volk ist auf einen Schlag brutfrei, ohne tagelanges Warten und ohne Suche nach der Königin. Dass nebenbei das Wabenwerk erneuert wird, ist ein echter Gesundheitsgewinn.\nUmsonst ist das nicht zu haben. Der Eingriff bedeutet Material- und Arbeitsaufwand — frische Waben, Futter, und je nach Weg eine zusätzliche Beute für den Sammelbrutableger. Ein brutfrei gemachtes Volk verliert außerdem für einige Wochen an Nachwuchs und muss sich erst wieder aufbauen. Und er will zum richtigen Zeitpunkt gemacht werden, damit das Volk vor dem Winter wieder zu Kräften kommt. Für viele Imker überwiegt der Nutzen jedoch klar: eine schlagkräftige, gut planbare Maßnahme gegen den größten Feind der Honigbiene.\nFazit # Die totale Brutentnahme wirkt drastisch, folgt aber einer einfachen Logik: Ohne Brut hat die Varroamilbe kein Versteck mehr. Was bleibt, ist ein brutfreies Volk, das sich wirksam behandeln lässt und mit frischen Waben in den Spätsommer startet — ein beherzter Eingriff, der die Bienen am Ende stärker dastehen lässt.\nQuellen \u0026amp; weiterführende Links # Landesanstalt für Bienenkunde, Universität Hohenheim Ein zweiter Weg zum brutfreien Start: Kunstschwarm — Schritt für Schritt zum neuen Volk ","date":"6. Juli 2026","externalUrl":null,"permalink":"/imkerwissen/varroa/totale-brutentnahme/","section":"Imkerwissen","summary":"","title":"Totale Brutentnahme — Varroa ohne Versteck","type":"imkerwissen"},{"content":"","date":"6. 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Erst im Bienenstock wird daraus haltbarer Honig — und das gelingt vor allem dadurch, dass ihm Wasser entzogen wird. Als Faustregel gilt: Guter Honig hat einen Wassergehalt von unter 18 Prozent, gerne deutlich darunter.\nWarum das so wichtig ist? In jedem Honig stecken von Natur aus winzige Hefen. Ist zu viel Wasser vorhanden, können sie sich vermehren — der Honig beginnt zu gären. Bei niedrigem Wassergehalt fehlt ihnen die Grundlage, und der Honig bleibt über lange Zeit stabil. „Reif\u0026quot; heißt also nichts anderes als: trocken genug, um haltbar zu sein.\nWie die Bienen den Honig trocknen # Das Trocknen ist erstaunlich aufwendig. Die Bienen tragen den Nektar ein, schichten ihn immer wieder um und fächeln mit den Flügeln Luft durch den Stock, bis genug Feuchtigkeit entwichen ist. Erst wenn der Honig reif ist, wird die Wabenzelle mit einem Wachsdeckel verschlossen — quasi als Vorratsverschluss.\nWie gut das klappt, hängt von vielen Dingen ab: vom Wetter, von der Stärke des Volkes, von der Luftfeuchtigkeit und der Belüftung im Stock. Ein Volk an einem schattig-kühlen, feuchten Platz oder mit im Verhältnis zu viel Raum tut sich schwerer, seinen Honig richtig zu trocknen. Deshalb ist kein Erntejahr genau wie das andere.\nMessen statt schätzen # Jetzt könnte man meinen: Ist die Wabe verdeckelt, ist der Honig fertig — fertig gedacht. So einfach ist es leider nicht. Weder die verschlossenen Wachsdeckel noch die klassische „Spritzprobe\u0026quot; (bei der man prüft, ob Honig aus der Wabe spritzt) verraten zuverlässig, wie viel Wasser tatsächlich drin ist.\nDer einzige verlässliche Weg ist das Messen — mit einem Refraktometer, einem kleinen Handgerät, das den Wassergehalt über die Lichtbrechung bestimmt. Und weil der Wert nicht nur von Volk zu Volk schwankt, sondern sogar innerhalb desselben Volkes (Randwaben sind oft feuchter), misst man an mehreren Stellen. Ein sorgfältiger Imker prüft also nicht ein Töpfchen und verlässt sich darauf, sondern nimmt mehrere Proben — und kalibriert sein Gerät regelmäßig, damit es genau anzeigt.\nDer richtige Moment für die Honigernte # Warum meist morgens geerntet wird # Hier kommt das vielleicht überraschendste Detail: Die Tageszeit beeinflusst, wie trocken der geerntete Honig ist. Wer früh am Morgen erntet, hat einen kleinen Vorteil — denn zu diesem Zeitpunkt haben die Bienen noch keinen frischen, wasserreichen Nektar des Tages eingetragen. Der Honig in den Waben ist dann so trocken wie möglich. Im Lauf des Tages, wenn wieder Nektar hereinkommt, steigt der gemessene Wassergehalt tendenziell an.\nEine Ausnahme gibt es allerdings, und sie betrifft die letzte Ernte des Jahres. Wenn draußen nichts mehr blüht, kommt ohnehin kein frischer Nektar herein — der Honig ist dann auch abends reif, und das Argument für den Morgen fällt weg. Dafür wird ein anderes wichtiger: In trachtloser Zeit lockt jede geöffnete Beute fremde Bienen an, und eine so ausgelöste Räuberei beruhigt sich über Nacht meist von selbst. Am Saisonende erntet man deshalb besser abends. In laufender Tracht bleibt es beim Morgen.\nGenauso wichtig ist, den Honig nicht zu lange auf dem Volk zu lassen, sobald er geerntet werden soll. Honig ist von Natur aus „durstig\u0026quot;: Offener, noch nicht verdeckelter Honig zieht Feuchtigkeit aus der Umgebung an. Wartet man zu lange, kann man das mühsam Getrocknete wieder verlieren.\nVom Stock ins Glas — sauber und zügig # Ist der richtige Moment gekommen, geht es zügig weiter. Die vollen Honigräume werden abgenommen und möglichst bienendicht transportiert — gerade in Zeiten ohne große Tracht, wenn Bienen anderer Völker gern naschen kommen würden. Geschleudert und abgefüllt wird in einem sauberen, trockenen Raum: Hygiene und niedrige Luftfeuchtigkeit sind hier das A und O, damit der Honig nicht doch noch Wasser zieht oder verunreinigt wird.\nSo gesehen ist die Ernte kein einzelner Handgriff, sondern eine kleine Kette aus richtigem Zeitpunkt, sauberem Arbeiten und einem prüfenden Blick aufs Messgerät. Für den Imker fällt die Erntezeit übrigens mit einem zweiten großen Thema zusammen: Direkt im Anschluss steht die Varroabehandlung an, für die manche Imker zur totalen Brutentnahme greifen.\nWas heißt das für dich? # Wer Honig kauft, muss den Wassergehalt nicht selbst messen — aber es hilft zu wissen, was dahintersteckt:\nEin niedriger Wassergehalt ist ein Qualitätszeichen. Er zeigt, dass der Honig reif geerntet wurde und lange stabil bleibt. Guter Honig braucht keine Zusätze, um haltbar zu sein — allein sein niedriger Wasseranteil macht ihn dauerhaft. Deshalb gehört Honig auch nicht in den Kühlschrank, sondern kühl und trocken verschlossen in den Schrank. Kristallisieren ist kein Fehler. Dass Honig mit der Zeit fest wird, ist ein natürlicher Vorgang und hat nichts mit der Reife zu tun. Durch sanftes Erwärmen wird er wieder streichzart — dabei sollte es aber wirklich sanft bleiben: Über etwa 40 Grad verliert Honig genau die wertvollen Inhaltsstoffe, für die man ihn schätzt. Ein warmes Wasserbad genügt, die Mikrowelle ist der falsche Weg. Welche Sorten es bei uns gibt und was sie unterscheidet, steht auf der Seite Rund um den Honig.\nFazit # Reifer Honig ist vor allem eines: trocken genug, um über lange Zeit gut zu bleiben. Hinter dem goldenen Glas steckt die Arbeit der Bienen, die den Nektar trocknen — und die Sorgfalt des Imkers, der den richtigen Moment abpasst und lieber einmal mehr misst als schätzt.\nQuellen \u0026amp; weiterführende Links # Landesanstalt für Bienenkunde, Universität Hohenheim Zu den Sorten aus der Imkerei: Rund um den Honig ","date":"5. Juli 2026","externalUrl":null,"permalink":"/imkerwissen/honig/honigernte/","section":"Imkerwissen","summary":"","title":"Honigernte — wann Honig wirklich reif ist","type":"imkerwissen"},{"content":"","date":"5. Juli 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/imkerei/","section":"Tags","summary":"","title":"Imkerei","type":"tags"},{"content":"","date":"28. Juni 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/jungvolk/","section":"Tags","summary":"","title":"Jungvolk","type":"tags"},{"content":"","date":"28. 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Ein Schwarm baut in wenigen Tagen ein komplettes Wabenwerk. Diese Bauwut löst man künstlich aus, indem die Bienen ein paar Tage zusammen in einer dunklen, kühlen Kiste sitzen, bevor sie einziehen (die sogenannte Kellerhaft). Der Schwarm trägt Proviant mit. Natürliche Schwärme füllen sich vor dem Abflug mit Honig voll. Ein Kunstschwarm hatte dazu keine Gelegenheit — deshalb ist Füttern Pflicht, sonst verhungert er oder baut nicht. Aus diesen zwei Punkten leitet sich fast alles Weitere ab.\nSo entsteht ein Kunstschwarm # Der Ablauf ist überschaubar, kommt aber auf Sorgfalt beim Timing an:\nBienen gewinnen. Am besten kehrt oder stößt man Bienen aus den Honigräumen mehrerer Völker in eine Kunstschwarmkiste. Waben mit frischem Nektar werden dabei abgekehrt statt gestoßen — sonst kleben die Bienen am Nektar fest (ein häufiger Anfängerfehler). Die richtige Menge. Gemessen wird in Gewicht, nicht in Waben: im Frühjahr etwas weniger, im Hochsommer mehr. Faustregel — je später in der Saison, desto mehr Bienen muss der Schwarm mitbekommen, um vor dem Winter noch stark genug zu werden. Königin zusetzen. Kurze Zeit nach dem Abkehren beginnt der Schwarm zu „brausen\u0026quot; — ein Zeichen, dass keine Königin dabei ist. Dann hängt man die neue Königin in einem verschlossenen Käfig dazu. Das Brausen verstummt, die Bienen sammeln sich um sie. Eine bereits begattete Königin ist die sichere Wahl — worauf es beim Einweiseln ankommt, steht im Beitrag Königin zusetzen — so gelingt die Annahme. Kellerhaft, 2–3 Tage. Kühl, dunkel, ruhig — und in dieser Zeit füttern. So kommen die Bienen in Bau-Stimmung. Einlogieren. Gegen Abend setzt man den Schwarm in eine Beute mit frischen Mittelwänden und Futter um. Ab jetzt baut er sich sein neues Zuhause. In Ruhe lassen. Die erste Kontrolle erfolgt frühestens nach etwa einer Woche. Vorher stört man nicht — die junge Volksgründung ist empfindlich. Welche Bienen kommen in den Schwarm? # Eine naheliegende Frage ist: junge oder alte Bienen? Die Antwort lautet: eine Mischung aus beiden — wie in einem echten Schwarm. Ein Naturschwarm enthält Bienen jeden Alters, und beide braucht der Kunstschwarm: junge Bienen bauen die Waben und pflegen später die Brut, ältere übernehmen früh den Flugdienst.\nDeshalb sind Honigraumbienen ideal. Sie haben eine gleichmäßige Altersmischung und sind noch nicht fest auf einen Standplatz eingeflogen — sie bleiben also eher beim neuen Volk, statt zurückzufliegen. Würde man nur die alten Flugbienen nehmen, fänden die nämlich den Weg zum alten Stand zurück.\nPraktisch löst sich noch ein weiteres Thema von selbst: Über dem Absperrgitter, das den Honigraum vom Brutraum trennt, sitzen keine Drohnen und keine Königin — beide passen schlicht nicht durch das Gitter. Wer also aus dem Honigraum arbeitet, bekommt automatisch einen drohnen- und königinfreien Schwarm und muss nichts „aussortieren\u0026quot;.\nDie 3-Kilometer-Regel # Der frische Kunstschwarm sollte mindestens etwa 3 km vom Ursprungsstand entfernt aufgestellt werden. Sonst fliegen die älteren Bienen zu ihrem alten Zuhause zurück und schwächen den jungen Schwarm. Steht kein zweiter Platz zur Verfügung, gibt es Kniffe — aber die einfache Faustregel bleibt: weit genug weg.\nWarum Füttern so wichtig ist # Weil dem Kunstschwarm der mitgebrachte Honigvorrat fehlt, ist die Fütterung keine Kür, sondern Grundlage. Flüssiges Futter ist ideal, weil es zugleich den Bautrieb anregt. Erst mit Futter im „Tank\u0026quot; legen die Bienen mit dem Wabenbau los und versorgen die ersten Larven.\nWann im Jahr bildet man einen Kunstschwarm? # Das Zeitfenster ist großzügig, hat aber Ränder:\nFrühestens ab der Obstblüte im Mai — sobald die Völker stark genug sind, Bienen abzugeben, ohne die Tracht zu gefährden. Ideal ist die Abräumzeit im Juli: Dann sind besonders viele Bienen verfügbar. Spätestens im Spätsommer. Je später man bildet, desto mehr Bienen braucht der Schwarm — und desto wichtiger ist eine bereits legende Königin, damit daraus bis zum Winter noch ein überlebensfähiges Volk wird. Wozu das Ganze — und was schiefgehen kann # Fünf gute Gründe für den Kunstschwarm # Der Kunstschwarm ist erstaunlich vielseitig:\nSchnelle Jungvolkbildung ohne lange Vorbereitung. Die neue Königin wird fast immer angenommen — in einem weisellosen, brutfreien Schwarm gelingt das Einweiseln deutlich zuverlässiger als im laufenden Wirtschaftsvolk. Wabenhygiene durch Neuanfang: Es kommen keine alten Brutwaben mit, das Volk baut alles frisch. Hilfe gegen Krankheiten: Weil Bienen und alte Brut getrennt werden, eignet sich das Verfahren zur Sanierung bestimmter Brutkrankheiten. Ein günstiges Fenster gegen die Varroamilbe: Ein frischer Kunstschwarm ist zunächst brutfrei — und ohne verdeckelte Brut haben die Milben kein Versteck. Genau dann lässt sich der Befall am wirksamsten senken. Welche Mittel und Mengen jeweils richtig und zugelassen sind, hängt von vielen Faktoren ab — hierzu beraten Bieneninstitute und Imkervereine. Der Kunstschwarm ist übrigens nur einer von mehreren Wegen, ein neues Volk zu gewinnen. Wie das Grundprinzip der Vermehrung insgesamt funktioniert, steht im Beitrag Ableger — wie ein neues Volk entsteht.\nHäufige Anfängerfehler # Nektarwaben gestoßen statt abgekehrt → die Bienen kleben am Nektar fest. Zu wenig Bienen, besonders spät in der Saison → der Schwarm wird nicht mehr wintertauglich. Zu früh kontrolliert → die Königin wird nicht angenommen oder kommt zu Schaden. Mindestens eine Woche Ruhe geben. Fütterung vergessen oder zu knapp → der Schwarm baut nicht oder verhungert. Zu nah am alten Standort aufgestellt → die Flugbienen fliegen zurück. Fazit # Der Kunstschwarm ahmt einen der natürlichsten Vorgänge im Bienenvolk nach — nur zum Zeitpunkt des Imkers. Wer die zwei Geheimnisse des Naturschwarms beachtet — Bau-Stimmung durch die Kellerhaft und Proviant durch das Füttern — bekommt aus einer Kiste Bienen in wenigen Wochen ein eigenständiges, gesundes Jungvolk. Genau diese Kombination aus Neuanfang, sicherer Königin und brutfreiem Start macht ihn zu einem der elegantesten Werkzeuge der Imkerei.\nQuellen \u0026amp; weiterführende Links # Grundlagen der Volksbildung: Ableger — wie ein neues Volk entsteht ","date":"28. 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Wer einen Schwarm meldet, rettet also ein ganzes Bienenvolk – und je früher die Meldung kommt, desto besser, denn Schwärme ziehen oft schon nach wenigen Stunden von selbst weiter.\nAus einem eingefangenen Schwarm wird bei mir ein eigenständiges Volk, das im Jahr darauf selbst Honig einträgt. Wie aus einer Tracht am Ende ein Glas Honig wird, steht unter Rund um den Honig.\nHonigbienen, Wespen oder Hornissen? # Ich fange ausschließlich Honigbienen. Unsicher, was bei Ihnen hängt? Schicken Sie mir einfach ein Foto, ich schätze es ein.\nSo erkennen Sie einen Honigbienenschwarm # Ein Schwarm hängt als dichte, ruhige Traube – faustgroß bis größer als ein Fußball, bräunlich gefärbt. Die Bienen sind auf Wohnungssuche und fliegen ruhig ein und aus, statt aufgeregt um eine Öffnung zu kreisen. Ein grau-papierartiger Ballen unter dem Dach oder ein Nest im Boden ist dagegen nie ein Bienenschwarm.\nWespen, Hornissen und Hummeln fange ich nicht # Dafür bin ich nicht der richtige Ansprechpartner. Diese Tiere stehen unter Naturschutz und werden nicht von mir umgesiedelt. Wenden Sie sich hierfür bitte an die zuständige Stelle – zum Beispiel an die Feuerwehr oder an einen mit der Rechtslage vertrauten Schädlingsbekämpfer.\nWas Sie tun können – und was nicht # Ruhe bewahren. Ein Schwarm hat kein Nest und keine Brut zu verteidigen und ist in der Regel ausgesprochen friedlich. Abstand halten, Kinder und Haustiere fernhalten. Nicht mit Wasser, Spray oder Insektengift behandeln. Ein Foto aus sicherer Entfernung machen – das hilft mir bei der Einschätzung. Schnell melden: je früher Sie sich melden, desto eher kann ich kommen. Bienenschwarm einfangen – so läuft es ab # Sie melden sich über mein Kontaktformular – mit Foto, Standort und den Angaben unten. Ich prüfe, ob ich helfen kann, und komme möglichst schnell vorbei. Ich setze den Schwarm schonend in eine Transportbox um. Die Bienen ziehen bei mir in ein neues Volk ein. Bitte beim Melden angeben # Damit ich den Einsatz richtig einschätzen kann, geben Sie mir am besten direkt mit:\nStandort des Schwarms (Adresse / Ort) und ein Foto Wie hoch hängt der Schwarm (z. B. in einem Baum)? Ist der Schwarm gut zugänglich? Ist vor Ort eine Leiter vorhanden? Schwarm melden # Füllen Sie einfach das Formular aus – je mehr Angaben, desto besser kann ich den Einsatz einschätzen. Ein Foto schicken Sie mir am besten als Antwort auf die Bestätigungsmail.\nVielen Dank! Ihre Meldung wurde versendet – eine Bestätigung ist an Ihre E-Mail-Adresse unterwegs. Da ist leider etwas schiefgegangen. Bitte prüfe Name, E-Mail und das Datenschutz-Häkchen und versuche es erneut. Name * E-Mail * Standort des Schwarms Wie hoch hängt der Schwarm? Zugänglichkeit Bitte wählen … Gut zugänglich Teilweise zugänglich Schwer zugänglich Weiß nicht Ist vor Ort eine Leiter vorhanden? Bitte wählen … Ja, vorhanden Nein Weiß nicht Nachricht Website (bitte leer lassen) Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und bin mit der Verarbeitung meiner Angaben zur Bearbeitung der Anfrage einverstanden. * Anfrage absenden * Pflichtfeld\nSie suchen keinen Schwarmfänger, sondern Honig? Eine Übersicht der Sorten gibt es unter Zu den Honigsorten, bestellen können Sie über Honig anfragen.\n","date":"14. Juni 2026","externalUrl":null,"permalink":"/bienenschwarm-einfangen-muenchen/","section":"Imkerei Sandmann","summary":"","title":"Bienenschwarm einfangen in München-Solln","type":"page"},{"content":"","date":"13. Juni 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/ableger/","section":"Tags","summary":"","title":"Ableger","type":"tags"},{"content":"Ein Ableger ist die einfachste Art, ein neues Bienenvolk zu gewinnen — nicht durch Kaufen oder Warten, sondern indem man einem bestehenden Volk einen Teil abnimmt und daraus ein eigenständiges Volk heranwachsen lässt. Imker bilden Ableger, um ihren Bestand zu vergrößern, Winterverluste auszugleichen, schwarmlustige Völker zu entlasten — und ganz nebenbei den Varroadruck zu senken.\nDas Grundprinzip: Was ein Ableger ist # Ein Bienenvolk besteht aus einer Königin, vielen Arbeiterinnen und der Brut. Für einen Ableger entnimmt man einem starken Volk einige Brutwaben mitsamt den darauf sitzenden Bienen — aber ohne die Königin — und hängt sie in eine eigene Beute. Die Bienen merken, dass ihnen die Königin fehlt, und ziehen sich aus einer ganz jungen Larve eine neue heran. Aus einem Volk werden so zwei.\nDas Erstaunliche daran: Die Bienen brauchen dafür keine Anleitung. Die Fähigkeit, aus einer gewöhnlichen Larve eine Königin zu machen, steckt in jedem Volk — es genügt, dass der vertraute Duft der alten Königin fehlt.\nDrei gängige Wege zum Ableger # Es gibt mehrere Verfahren. Für den Anfang reicht es, die drei häufigsten zu kennen:\nBrutableger # Der Klassiker. Man gibt einige Brutwaben (darunter eine mit jüngster, offener Brut) und ein paar Futterwaben ohne Königin in eine eigene Beute. Das einfachste Verfahren für den Einstieg — und das, mit dem die meisten Imker ihr erstes eigenes Jungvolk bilden.\nSammelbrutableger # Hier werden Brutwaben aus mehreren Völkern zu einer königinlosen Einheit zusammengeführt. Das nutzt man vor allem als Baustein in der Varroa-Strategie: Die Milben wandern mit der Brut in den Sammelableger und lassen sich dort gebündelt behandeln.\nKunstschwarm # Man kehrt bzw. schüttelt Bienen von den Waben in eine leere Kiste (ohne Waben), gibt eine Königin dazu und lässt sie auf frischen Mittelwänden neu bauen. Das ahmt einen natürlichen Schwarm nach — wie das im Einzelnen abläuft, steht im Beitrag Kunstschwarm — Schritt für Schritt zum neuen Volk.\nVon der Weiselzelle zur legenden Königin # Woher kommt die neue Königin? # Dafür gibt es zwei Wege:\nSelbst nachziehen lassen (Nachschaffung): Die Bienen ziehen aus einer jungen Larve eigenständig eine Königin. Das ist am einfachsten, die Qualität schwankt aber. Zelle oder Königin zusetzen: Man gibt eine schlupfreife Weiselzelle oder eine bereits begattete Königin von einem Züchter dazu. Das ist zuverlässiger und liefert in der Regel bessere Königinnen. Worauf es dabei ankommt, beschreibt der Beitrag Königin zusetzen — so gelingt die Annahme. Viele Imker bevorzugen den zweiten Weg, sobald sie Zugang zu guten Zuchtzellen oder Königinnen haben.\nDer zeitliche Rahmen # Ein Ableger läuft über mehrere Wochen nach einem recht festen Takt:\nNach etwa 9 Tagen schaut man nach den Weiselzellen und reduziert sie — in der Regel auf eine. Lässt man mehrere stehen, steigt das Risiko, dass das Jungvolk wieder schwärmt. Danach schlüpft die junge Königin, fliegt zur Begattung aus und beginnt nach einigen Wochen mit der Eilage. Nach rund 25 bis 30 Tagen prüft man, ob die Königin tatsächlich legt — ob das Volk also „weiselrichtig\u0026quot; ist. Zwischendurch gilt: nicht unnötig öffnen. Verdeckelte Weiselzellen sind sehr stoßempfindlich, und eine sich gerade einrichtende Jungkönigin sollte man in Ruhe lassen.\nWas einen Ableger stark macht # Die 3-Kilometer-Regel # Ein frischer Ableger sollte mindestens etwa 3 km vom Ursprungsvolk entfernt stehen. Sonst fliegen die älteren Flugbienen einfach zu ihrem alten Standort zurück und der Ableger schwächt sich. Steht kein zweiter Standort zur Verfügung, gibt es Tricks — aber die einfache Faustregel lautet: weit genug weg.\nDas brutfreie Fenster gegen die Varroamilbe # Die Varroamilbe vermehrt sich ausschließlich unter verdeckelter Brut. Ist ein Volk brutfrei, hat sie kein Versteck mehr — und genau dann lässt sie sich am wirksamsten bekämpfen. Ein Ableger bietet dieses Fenster, allerdings nicht sofort: Ein Brutableger bekommt ja gerade Brutwaben mit auf den Weg. Brutfrei wird er erst, wenn diese mitgegebene Brut vollständig ausgelaufen ist und die junge Königin noch nicht mit dem Legen begonnen hat — also frühestens rund drei Wochen nach der Bildung.\nAnders beim Kunstschwarm: Der besteht von Anfang an nur aus erwachsenen Bienen und ist damit sofort brutfrei. Wer das Varroa-Fenster gezielt nutzen will, muss also wissen, welche Ablegerform er vor sich hat und wann sie tatsächlich brutfrei ist. Welche Mittel und Mengen jeweils richtig und zugelassen sind, hängt von vielen Faktoren ab — hierzu beraten Bieneninstitute und Imkervereine.\nHäufige Anfängerfehler # Zu viele Weiselzellen stehen lassen → das Jungvolk schwärmt. Zu früh oder zu oft öffnen → die junge Königin wird nicht angenommen oder kommt zu Schaden. Zu schwacher Ableger (zu wenig Bienen oder Brut) → tut sich schwer, besonders gegen Räuberei oder Hornissen. Ein kleines Flugloch hilft. Königin versehentlich mitgenommen → vor dem Teilen sicherstellen, dass die Königin im Ursprungsvolk bleibt. Das Varroa-Fenster falsch berechnet → beim Brutableger ist das Volk in den ersten Wochen eben noch nicht brutfrei. Fazit # Der Ableger ist eines der dankbarsten Anfängerprojekte: Aus einer Handvoll Waben wird über wenige Wochen ein eigenes Volk. Wer einsteigt, fährt mit einem Brutableger aus dem stärksten Volk am einfachsten — und lernt dabei nebenbei, wie ein Bienenvolk sich selbst erneuert. Was am Ende im Glas landet, zeigt die Seite Rund um den Honig.\nQuellen \u0026amp; weiterführende Links # Landesanstalt für Bienenkunde, Universität Hohenheim ","date":"13. 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Wer imkern will, sollte zuerst verstehen, wer in diesem Volk lebt — denn fast alles in der Imkerei dreht sich um das Zusammenspiel dieser drei Bewohner.\nWer im Bienenvolk lebt # Drei Sorten Bienen teilen sich den Stock, und sie könnten unterschiedlicher kaum sein — in Lebensdauer, Aufgabe und sogar in der Zahl.\nDie Königin # In jedem Volk gibt es normalerweise genau eine Königin. Sie ist das einzige voll entwickelte Weibchen und hat eine Hauptaufgabe: Eier legen. In der Hochsaison schafft sie bis zu rund 2.000 Eier am Tag — mehr als ihr eigenes Körpergewicht.\nMindestens ebenso wichtig ist ihre zweite Rolle: Über Duftstoffe (Pheromone) hält sie das Volk zusammen. Solange dieser „Königinnenduft\u0026quot; da ist, arbeitet das Volk ruhig und geordnet. Fehlt er, gerät das Volk in Unruhe und beginnt, sich eine neue Königin zu ziehen. Eine Königin kann mehrere Jahre leben — deutlich länger als alle anderen Bienen im Stock.\nBemerkenswert ist, wie eine Königin überhaupt entsteht: Aus einer ganz gewöhnlichen Larve, die genauso gut eine Arbeiterin geworden wäre. Den Unterschied macht allein das Futter — eine Königinnenlarve wird durchgehend mit Gelée royale versorgt und in einer besonders großen Zelle aufgezogen, der Weiselzelle. Genau diese Fähigkeit nutzen Imker, wenn sie aus einem Volk ein zweites machen; wie das abläuft, steht im Beitrag Ableger — wie ein neues Volk entsteht.\nDie Arbeiterinnen # Die Arbeiterinnen stellen die große Masse: im Sommer mehrere Zehntausend. Es sind ebenfalls Weibchen, aber unfruchtbar — und sie erledigen praktisch alles im Volk. Welche Aufgabe eine Biene hat, hängt vor allem von ihrem Alter ab:\nJunge Bienen putzen Zellen, füttern die Brut, bauen Waben und verarbeiten Nektar zu Honig. Ältere Bienen bewachen das Flugloch und fliegen schließlich als Sammlerinnen aus, um Nektar, Pollen, Wasser und Harz zu holen. Im Sommer lebt eine Arbeiterin nur etwa vier bis sechs Wochen — sie arbeitet sich buchstäblich zu Tode. Die im Spätsommer geschlüpften „Winterbienen\u0026quot; dagegen halten mehrere Monate durch und bringen das Volk über den Winter. Es sind also zwei ganz verschiedene Bienentypen, die je nach Jahreszeit heranwachsen.\nEin Kunststück verdient besondere Erwähnung: Findet eine Sammlerin eine ergiebige Trachtquelle, teilt sie den anderen im Dunkeln des Stocks mit, wo diese liegt — über den Schwänzeltanz. Richtung und Dauer des Tanzes verraten Winkel zur Sonne und Entfernung. Ein Bienenvolk verständigt sich also nicht nur über Duft, sondern auch über Bewegung.\nDie Drohnen # Die Drohnen sind die Männchen. Sie haben keinen Stachel und sammeln keinen Nektar. Ihre einzige Aufgabe ist die Begattung junger Königinnen — und zwar nicht im eigenen Volk, sondern hoch in der Luft an sogenannten Drohnensammelplätzen, an denen Drohnen aus der ganzen Umgebung zusammenkommen. Dass eine Königin dort von den Männchen fremder Völker begattet wird, ist kein Zufall, sondern verhindert Inzucht.\nDrohnen gibt es nur in der warmen Jahreszeit. Wird es im Spätsommer eng mit dem Futter, werden sie vom Volk hinausgedrängt: die sogenannte Drohnenschlacht. Das wirkt hart, ist aber schlicht Haushalten mit Ressourcen — Esser ohne Nutzen für den Winter werden nicht durchgefüttert.\nEin Volk, das wie ein Körper funktioniert # Das Faszinierende: Niemand „befiehlt\u0026quot; im Bienenstock. Die Königin ist keine Herrscherin, sondern eher das Zentrum eines Duftnetzwerks. Entscheidungen — wann gebaut, wann geschwärmt, wann geheizt wird — entstehen aus dem Zusammenspiel vieler Einzelbienen. Im Winter rückt das Volk zu einer Wintertraube zusammen und hält die Mitte durch Muskelzittern warm, während es nach außen kühler bleibt.\nÜber das Jahr verändert sich die Volksgröße stark: von vielleicht 10.000 bis 15.000 Bienen im Winter auf 40.000 bis 60.000 im Hochsommer. Das Volk wächst und schrumpft also im Rhythmus der Jahreszeiten — und genau daran richtet der Imker seine Arbeit aus.\nWie stark dieses Gefüge vom Duft der Königin abhängt, zeigt sich, wenn man ihm eine fremde Königin zumutet: Das Volk erkennt sie zunächst als Eindringling. Warum das der heikelste Moment der Imkerei ist, beschreibt der Beitrag Königin zusetzen — so gelingt die Annahme.\nHäufige Irrtümer # „Bienen und Wespen sind dasselbe.\u0026quot; Nein. Honigbienen sind pelzig, sammeln Nektar und Pollen und sind friedlich. Wespen sind glatt, jagen auch andere Insekten und gehen gern an Kuchen und Limo. „Die Königin regiert das Volk.\u0026quot; Sie gibt keine Befehle. Sie legt Eier und hält über Duft das Volk zusammen — den Rest organisiert das Volk selbst. „Drohnen sind faule Nichtsnutze.\u0026quot; Ihre Rolle ist die Fortpflanzung. Ohne Drohnen keine begatteten Königinnen — und damit keine neuen Völker. „Jede Biene sticht und stirbt dann.\u0026quot; Nur die Arbeiterinnen verlieren beim Stich ihren Stachel und sterben, weil er mit Widerhaken in der Haut hängen bleibt. Drohnen können gar nicht stechen — und die Königin hat einen glatten Stachel, den sie mehrfach einsetzen könnte. Sie tut es allerdings praktisch nur gegen rivalisierende Königinnen, nie gegen Menschen. Fazit # Königin, Arbeiterinnen und Drohnen — drei Rollen, ein Organismus. Wer dieses Zusammenspiel im Kopf hat, versteht später vieles fast von selbst: warum ein Volk schwärmt, warum es ohne Königin in Panik gerät und warum der Imker im Sommer ganz anders eingreift als im Winter.\nQuellen \u0026amp; weiterführende Links # Landesanstalt für Bienenkunde, Universität Hohenheim Wie Imker einen Schwarm nachbauen: Kunstschwarm — Schritt für Schritt zum neuen Volk ","date":"13. Juni 2026","externalUrl":null,"permalink":"/imkerwissen/bienen-verstehen/das-bienenvolk/","section":"Imkerwissen","summary":"","title":"Das Bienenvolk — Königin, Arbeiterin, Drohn","type":"imkerwissen"},{"content":"","date":"13. Juni 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/drohn/","section":"Tags","summary":"","title":"Drohn","type":"tags"},{"content":"","date":"13. Juni 2026","externalUrl":null,"permalink":"/tags/grundlagen/","section":"Tags","summary":"","title":"Grundlagen","type":"tags"},{"content":"","date":"13. 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Juni 2026","externalUrl":null,"permalink":"/anfrage/","section":"Imkerei Sandmann","summary":"","title":"Honig anfragen","type":"page"},{"content":"Notizen und Geschichten rund um die Bienen, die Saison und das Vereinsleben.\n","externalUrl":null,"permalink":"/posts/","section":"Aus dem Bienenjahr","summary":"","title":"Aus dem Bienenjahr","type":"posts"},{"content":"","externalUrl":null,"permalink":"/authors/","section":"Authors","summary":"","title":"Authors","type":"authors"},{"content":"","externalUrl":null,"permalink":"/imkerwissen/bienen-verstehen/","section":"Imkerwissen","summary":"","title":"Bienen verstehen","type":"imkerwissen"},{"content":"Meinen Honig gibt es in kleinen Mengen und nur, solange der Vorrat reicht. 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